Nachholbedarf

Hier ist ja nun in letzter Zeit nicht viel passiert: Tagsüber war ich Laufhilfe, Türmchenbauer und Essensexperimentierer fürs Kind und hinterher überfiel mich schon der Winterschlaf. Da wurde nicht groß gewerkelt. Zum Glück kam der Urlaub 🙂 Mit etwas Bewegung und Abwechselung ging es mir schon viel besser. In Bingen und Umgebung war es zwar auch recht warm aber es klebte nicht so sehr auf der Haut. Wundervoll. Dank kurz vorher noch gekaufter Kraxe waren die Ausflüge auch zu dritt angenehm sofern nicht selbst mitgelaufen wurde. Natürlich mussten auch genügend Spiel- und Futterpausen eingeplant werden 🙂 Aus irgendeinem Grund sind die meisten Bilder auch vom Kleinen, um die Verwandtschaft über seinen Werdegang auf dem Laufenden zu halten.

Ungewohnt chaotisch war der Urlaub auch mit Auslaufunfällen, Schnittverletzung, lädiertem Knie durch Rettungsaktion und kurzem Kinderarztbesuch … aber alles nicht so wild wie es sich anhört. Zwischendrin blieb noch Zeit Frau Mutti zu besuchen. Entgegen meiner pessimistischen Vorahnung haben wir uns auch nach den ersten 3 Worten noch ohne peinliche Pausen gut unterhalten können und Stoffe kaufen für den Vorrat ging vorher auch noch 🙂

Ein Erlebnis wird mir jedoch noch lange in Erinnerung bleiben. Das schlechteste Essen, welches ich jemals serviert bekommen habe (und das gleich am ersten Abend – Jackpot). Schnell eine Kleinigkeit essen, hmm, kann man doch eine Ofenkartoffel bestellen. Die kam auch fix mit viel Quark drauf. Dieser sollte mit viel, sehr viiiiiel Paprikapulver und ganz ohne Salz wohl so etwas wie Spundekäs darstellen. Nach dem ersten Bissen kamen die ersten Zweifel an der Unterlage auf, wodurch eine archäologische Grabung veranlasst wurde. Die Kartoffel schmeckte nicht nur nicht (irgendwie seltsam) sondern wies auch eine sehr seltsame Konsistenz und eine ungewohnte Glasigkeit auf. Beim lustlosen weiterstochern wurde der Grund hierfür auch schnell gefunden. Die Kartoffel war über und über mit dicken Büscheln von Austrieben bedeckt *börks* Was muss man tun um in einer Geschäftsküche eine Kartoffel derart zum Austreiben zu überreden bzw. wieviel Kochkenntnisse gehören dazu, eine Kartoffel so der Art komplett zu verarbeiten, wenn schon nicht erkannt wird, dass diese Knolle (offensichtlich) nicht mehr genießbar ist und nur noch zum Aussetzen taugt. Der Kellner war über meine Beschwerde jedenfalls sehr verwirrt mangels Verständnis für meine Ablehnung des Essens. Bin ich der einzige Mensch, der sich über so etwas aufregt?

Glücklicherweise fanden wir im Urlaub noch ein Ausgleichsessen: Ich sag nur Wachtelbrust in Portweinjus mit Safranrisotto und gedünstetem Gemüse. Leeeecker!

Ein Gedanke zu „Nachholbedarf

  1. Nein, du bist nicht die einzige, und bei solchen Lokalen scheint es zum Geschäftsmodell zu gehören, dass alle Beteiligten überhaupt gar keine Ahnung vom Kochen und Essen haben, aber anscheinend denken, dass sich mit Gastronomie leicht Geld verdienen lässt. Wovon die sich selbst ernähren, darüber kann man nur spekulieren – Würstchenbude der Konkurrenz? MacDo? Ravioli aus der Dose? Ich habe mal an einem Sonntag Nachmittag in einem Dorfgasthaus im Saaletal Kuchen bestellt und bekam ein uraltes, gefrierbrandiges, metallisch schmeckendes und mittels Mikrowelle aufgetautes Stück „Käsekuchen“. Meine Reklamation stieß ebenso auf Unverständnis: Ich hätte ja wohl Kuchen bestellt, und das wäre doch Kuchen?
    Eine angekeimte Kartoffel lässt aber nicht auf allzu großen Warendurchsatz schließen – wenn die Menschheit Glück hat, macht der Laden bald zu.

    viele Grüße, Lucy

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