Eulenshirt für den Großen

T-Shirts nähen für die Jungs macht ja an und für sich Spass, wenn nur nicht die Versäuberung der Nahtzugaben wäre. Egal ob Zick-Zack oder der Pseudo-Overlock-Stich der Nähmaschine, dieses Thema war immer am zeitraubendsten und frustierendsten. Auch bei Hosen frisst das Versäubern ziemlich viel Zeit (zumal ich nachts wegen der Lautstärke keine Geschwindigkeitsrekorde aufstellen kann).

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Langer Rede kurzer Sinn. Zeit ist zu wertvoll, um einige Arbeitsschritte nicht zu optimieren. Ansonsten werden bestimmte Projekte einfach nicht mehr in Angriff genommen. So gönnte ich mir nach langem hin und her eine Overlock gegönnt. Möglichst leise, mit minimalem Rumgefuddele bezüglich der Einstellungen und halbwegs bezahlbar. Bisher kam sie jedoch immer nur für einige gerade Nähte und unkritische Stoffe zum Einsatz. Probe T-Shirts – oder besser gesagt zukünftige Schlafanzüge – liegen auch schon einige Monate hier herum, wurden jedoch zugunsten anderer Projekte aufgeschoben. Außerdem hatte ich unnötig viel Respekt vor meinem ersten T-Shirt. Schließlich, kurz vor Rosenmontag mit Faschingsfeier im Kindergarten und immer noch ohne vernünftiges Kostüm, wurde eines der T-Shirts ausgekramt und in ein Zauberer-Shirt verwandelt (passend zum Umhang mit Sternenflicken).

Raglanshirt nach ottobre in Größe 92, aus dunkelblauem Eulenjersey und fast gleichfarbigen dunkelblauen Jersey für die Ärmel (auf den Fotos sehen die Ärmel meist heller aus). Alle Nähte wurden mit dern Näma geheftet, um beim Nähen nicht noch zusätzlich auf verrutschenden Stoff oder das rechtzeitige Herausziehen von Nadeln achten zu müssen. Ich war auch so schon genug beschäftigt. Entgegen der Anleitung wurden die Ärmel komplett angenäht und der Halsausschnitt nachträglich versäubert. Overlocknähte am Halsausschnitt finde ich nämlich furchtbar störend. Die Ärmel werde ich beim nächstem Mal wahrscheinlich analog versäubern. Ein Ärmel bekam noch einen Eulenaufnäher auf quietschigem Campan spendiert – für Herrn Oberkrümel mithin das Beste am ganzen T-Shirt, wie leicht zu sehen ist. Mein persönliches I-Tüpfelchen sind eher die auberginfarbenen Hals- und Armausschnitte und zweifarbiger Zwillingsnadelnaht (Bündchenstoff).

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An und für sich ist es ganz gut geworden auch wenn gerade bei den Kurven noch viel Übung notwendig ist. Fazit:

  • Die Naht ist soweit ok, nur an zwei Stellen bin ich zu weit zur Seite verrutscht und musste nachbessern.
  • Die Fadenspannung war fast optimal.
  • An Löcher (sprich Innenrunden) trau ich mich noch nicht
  • Für Stellen mit Bündchen oder andere dickere Stellen muss ich mir noch etwas einfallen lassen, da es dort immer etwas hakt und der Stoff verschoben wird
  • Für die Ausschnitte brauche ich dünnere Bündchen oder einen Ersatz für die Zwillingsnadelnaht, da es fast ein wenig zu steif aussieht (aber nur ein klein wenig)
  • Überhaupt Zwillingsnadel: Ich habe noch keine Spannungseinstellung gefunden, die nicht die Naht zu sehr zusammenzieht. Spätestens nach der ersten Wäsche sieht es leicht wurstig aus. Beim nächsten Versuch werde ich mal Bauschgarn als Unterfaden ausprobieren, vielleicht hilft das ein wenig.
  • Zeitersparnis durch das Heften minimal, aber an sich zügigeres Arbeitstempo und weniger endlose Versäuberungsnähte
  • Das Shirt sieht nun innen auch viel besser aus und macht irgendwie Lust auf mehr 🙂 Es durfte sogar in die normale Garderobe integriert werden.
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