Egoistische Pläne zur Welteroberung

beginnen im Kleinen. In diesem Fall mit der Eroberung meiner Garderobe. Kaum zu glauben, aber bis zu diesem Jahr habe ich mich mit dieser nur bedingt auseinandergesetzt. Was nicht heißt, dass ich herumlief wie ein Kartoffelsack. Aber es waren halt eher Basisteile vorhanden, die die notwendigen Dresscodes erfüllen. Wenig Farbe, Raffinesse eher als zufällige Begleiterscheinung. Grundsätzlich eher pragmatisch und bequem. Böse Zungen könnten den Stil auch als einfallslos bezeichnen. Nun kam die Erkenntnis (lacht nur), dass die völlige Ignoranz von Modeströmungen nicht gleich bedeutet, dass ich meinen Kleiderschränkchen nicht doch einen schicken Inhalt gönnen könnte.

Schritt 1: Da gehts lang, oder doch nicht?
So wurden viele, viele Stunden geopfert, um meinen Horizont über die modischen Möglichkeit zu erweitern und diverse Kleidungsteile und Farben auszutesten. Erfreulicherweise hält mich mit den aktuellen Herbstfarben niemand sofort für todsterbenskrank. Eine nette Abwechselung, so dass meine Farbpalette von grau, braun, violett und petrol angenehm erweitert werden kann. Allmählich kommen die Ideen, welche Details oder Kombinationsmöglichkeiten ich ergänzen möchte, um das pragmatische aufzuwerten. Den die meiste Kleidung muss für Büro, Baustelle und Kinderspielplatz gleichermaßen taugen, Temperaturen der alltäglichen Klimasprünge ausgleichen können, keine Klimmzüge beim Kleiden oder Pflegen erfordern und so weiter. Das Ziel sind also eher Änderungen im Kleinen mit hoffentlich großer Wirkung. Und tataaa! Ein schnickes Kruemel läuft herum.

Was mich dennoch nicht davon abhalten wird, in Regenjacke (orange, zu gro für drei Pullover mehr drunter), Regenhose und völlig unmodischen Gummistiefeln mit den Jungs durch Regenpfützen zu ziehen.

Schritt 2: Was ist schon vorhanden?
Nunja, die Grundgarderobe ist da, sprich: Hosen, Röcke, Blusen, Shirts für Drunter, Pullover für Drüber, ein Mantel für die Übergangszeit und eine warme Jacke für die frostigen Studen draußen. Ohne die Kleidung, die langsam etwas verwaschen oder verzogen ist, bleibt da immer noch ein kleiner Grundstock übrig. Insbesondere, wenn endlich einige Kleidungsstücke angepasst werden (enger), auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob das bei allen Hosen möglich ist. Farblich ist das meiste durchaus kompatibel, aber eher zurückhaltend.

Schritt 3: Soll-Ist-Abgleich
Röcke eher auf Hüfte sitzend – mehr Röcke mit höhere Taille. interessantere Schnitte
Hosen – Auswahl erweitern, freizeittaugliche Hosen
Blusen – ein, zwei Schluppenblusen und farbliche Akzente
Obendrüber, außer Pullovern – Strickwesten, Pullonder
zum Einkuscheln – dringend Nachschub jedweder Art von Nöten
außerdem benötigt: einige Shirts zum so tragen oder drunter ziehen, so wohl einfache als auch Solisten

Pluspunkt: theoretisch ist zu jedem Kleidungsstück ein Kombipartner vorhanden, insbesondere wenn man sich morgens mal ein paar Minuten Zeit gönnt.

Hauptproblem: Die Oberteile müssen zum Großteil etwas figurnäher geschnitten werden, um insgesamt ansprechender zu wirken. Alle zu groß geratenen Kleidungsstücke müssen raus oder zeitnah geändert werden.

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Schritt 4: Der 5-Jahres-Plan
Der Plan für viele, viele Monate (wenn auch nicht unbedingt über 5-Jahre) ist den Umbau in die eigene nähende Hand zu nehmen und dabei gleich noch das Technik-Repertoire zu erweitern.

Es ist unglaublich, wie lange man den Vorrat und  Schnittmuster wälzen kann, um potentielle Kandidaten auszuwählen.. Diese wurden gleich an der Pinwand festgehalten,um einen guten Überblick über den Stand und notwendige Ergänzungen zu erhalten. In diesem Fall fehlt noch etwas mehr Farbe und Schnitte für Oberteile (für das Stoffbündel oben rechts), welche im Laufe des Prozesses ergänzt werden. Auf den Zettelchen steht auch gleich Stoffart, Bedarf und wichtiges Zubehör, um auch schnell schnell mal eben, damit suchen oder einkaufen zu können.

Die Pinnwand ist dabei als Ideensammlung zu sehen und stellt keinen akribisch ausgearbeiteten Plan dar, welcher sklavisch abgearbeitet werden muss. Dadurch, dass man aber einen Überblick über mögliche Projekte hat, ist die Movitation, eines derselben anzugehen, etwas höher. Für die Momente, ohne große Inspiration oder voll Unlust Schnitte und Stoffe abzugleichen.

Schritt 5: Motivation
Jaaaaaaa………. Der schwache Punkt an der ganzen Geschichte. Das an der Stange bleiben. Wirklich mal nur für mich zu nähen und nicht nur ab und zu UFOs zu produzieren. Derzeit arbeite ich noch daran, mir da etwas vernünftiges auszudenken. Vielleicht mit einem System für das zukünftige Stoff-Budget oder regelmäßigen Wasserstandsmeldungen damit ich mich nicht untätig einigeln kann (nur WER tritt mich dazu???)

Ansonsten drücke ich mich gerade mit ellenlangem Post-Schreiben und Flickwäsche vor meinem Mammutprojekt.

3 Gedanken zu „Egoistische Pläne zur Welteroberung

  1. Respekt, alleine schon deine Gedanken zu deinem Thema zeigen soviel Motivation, find ich total klasse. Sowas in der Art nehm ich mir auch immer mal wieder 🙂 vor, und dann kommt doch anderer Kram dazwischen. Ich schau also immer mal wieder gerne bei dir vorbei und feuer dich an.
    Go Kruemel,Go Kruemel !!!.

  2. OMG, ich bin allerschwerst beeindruckt – (Ingenieurin, ich sachs ja). Zur Motivation wäre vielleicht die Aktion von Rong was für dich:

    http://mypatternmyfashion.blogspot.de/2012/09/swap-1213-we-produce-our-collection.html

    Mindestens vier zusammenpassende Teile nähen, bis nächsten März, immer am ersten des Monats ist Rapport 😉 Die Planungsphase hast du ja schon längst hinter dich gebracht. Und was das Nähen betrifft, schließe ich mich INArtwork an: go, Krümel!

    viele Grüße!

  3. Anfeuern ist super, dann warte ich noch ungeduldiger auf das Ende meiner Erkältungsvirenkollekte.
    @ Constanze: Danke für den Link, das werde ich mir auf jeden Fall genauer anschauen. und für den Mantelstoff drück ich die Daumen.

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