Umweltbewußtsein für Kinder – Bienenkunde III

Für neugierige Kinder, die die Welt erkunden, gibt es so viel zu entdecken und so viele Fragen zu beantworten.Die bewußte Wahrnehmung ihrer Umgebung und der Zusammenhänge bildet die Voraussetzung für einen sorgsamen Umgang mit ihr. Manchmal ergeben sich Themenkomplexe, zu denen man sich ein wenig vorbereiten kann, um all die Fragen beantworten zu können: Vereinfacht für 5- bis 6-jährige und ganz ohne Anspruch auf Vollständigkeit.


Häuserbau von Solitärbienen Bienen haben nicht immer Häuser. Aber für die Larven werden einzelne Nisthöhle gebaut.

Experiment: Bau einer Nisthöhle Der Nachwuchs der Bienen benötigt einen Essensvorrat, da sie erst nach ihrer Verpuppung die Höhle verlässt. Sie braucht den Pollen von etwa 30 Blüten ganz für sich allein. Da eine Blüte von vielen Insekten besucht wird, bekommt jeder nur ein wenig Pollen. Deswegen muss die Biene ein bißchen Pollen von über 70 Blüten sammeln. Zu jedem Pollenvorrat wird ein Ei gelegt. Daraus schlüpft später eine Larve. Zum Schluss wird die Nisthöhle verschlossen. Einige Bienen nehmen dafür Erde. Die wird nass gemacht und mit dem Matsch die Höhle zugemauert. Die Biene braucht für die Nisthöhle für ein Ei meist einen ganzen Tag.

unbekannte Biene

Entwicklung von Solitärbienen

Männchen Mauerbiene

Männchen der Mauerbiene wartet am Eingang einer Nisthöhle auf ein Weibchen

 

Paarung der Mauerbienen

Paarung der Mauerbienen

Honigbienen ­­­Die Honigbienen brauchen für den Winter einen geschützten Platz. ­­­Dort wird ein kleines Nest mit einem kleinen Flugloch gebaut.

  • Bauen in ihrem Nest Waben aus Wachs.
  • Das Wachs schwitzen sie aus Bauchringen aus.
  • In die Waben wird Honig gespeichert oder Eier zusammen mit Futtersaft gelegt.
  • Die Arbeit wird aufgeteilt
    • Die Königin legt die Eier für neue Bienen.
    • Arbeiter sammeln Nahrung, kümmern sich um die Larven und schützen das Nest.
    • Die Larven werden am Anfang von Arbeitern mit ausgespucktem Futtersaft gefüttert.
    • Die Königin wird immer von Arbeitern mit dem ausgespuckten Futtersaft gefüttert.
  • Im Frühling wird das Nest saubergemacht.
  • Bienen können nicht reden. Deswegen nutzen sie Duftstoffe zum markieren und unterhalten sich über Tänze miteinander.
Weiden-Sandbiene

Weiden-Sandbiene (beide Bilder)

Weiden-Sandbiene

Was machen Bienen sonst so? Bienen sind wichtig, damit die Pflanzen Samen und Früchte bilden können. Ohne Bienen gäbe es daher viel weniger Obst und Blumen.

Experiment: Wir sind Bienen. Es werden mindestens 3 Blüten von einer Pflanze benötigt. Gut geeignet sind Pflanzen mit auffälligen Blüten, auffälligen Samen und schneller Samenbildung wie Bohnen oder Kapuzinerkresse.

  • Als Bienenpinsel wird der Pollen von einer Blüte auf die nächste übertragen. Die Blüte wird anschließend gut in eine Papiertüte eingepackt. Aber am Strauch gelassen!
  • Eine Blüte wird ohne Bestäuben in eine Tüte eingebunden. Die Blüte sollte noch geschlossen sein, damit sie noch nicht von Insekten besucht werden kann.
  • Die Tüten müssen markiert werden, um sie hinterher unterscheiden zu können.
  • Nach einigen Wochen kann kontrolliert werden, welche Blüte Samen ausgebildet hat. Ein sichtbarer Samenansatz reicht aus. Die Samen müssen zur Kontrolle noch nicht ausgereift sein.

Mauerbienen-Männchen warten vor den Nisthöhlen

Wie können wir Bienen unterstützen?  

Nahrung:

  • Viele verschiedene Pflanzen wachsen und blühen lassen, die über das ganze Jahr als Nahrung dienen (Nektar für die Erwachsenen, Pollen für die Larven). Geeignete Pflanzen sind z. B. Klee, Goldrute, Löwenzahn, Kamille, Kornblume, Klatschmohn, Ringelblumen, Glockenblumen, Distelarten (auch Edeldisteln), Flockenblume, Sonnenblume, Sonnenbraut, Zierquitten, Weiden, Kräuterpflanzen, Astern,Beerenpflanzen, Fette Henne, Efeu …  Ungefüllte Blüten sind besser geeignet.
  • Die Nahrungspflanzen können auch zwischen Bäumen und Sträuchern wachsen oder als wilde Wiese.
  • Nur wenig Dünger verwenden, da er die Art der wachsenden Pflanzen verändert und damit das Nahrungsangebot. Einige Pflanzen benötigen zum Wachsen nämlich Erde ohne Dünger.

Zuhause:

  • Bienenwohnungen in Ruhe lassen, dass heißt nicht alle Brachflächen, Trockenmauern und Steinhaufen dürfen weggeräumt werden.
  • Nistplätze für die verschiedensten Arten schaffen.

Gesundheit:

  • Genau überlegen, welche Mittel gegen Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschädlinge eingesetzt werden. Einige davon sind giftig für Bienen. Es sollte möglichst kein Gift verwendet werden.

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Quellen (Auswahl – Internetquellen zuletzt besucht am 27.02.15)

Zeichnung Insekt

Bienenkunde Teil I findet sich hier
Bienenkunde Teil II findet sich hier