Warten im Garten

Über die therapeuthische Wirkung des Gärtnerns oder wie Gärtnern mir im Moment meinen Seelenfrieden rettet.

Dank Babybauchnebenwirkungen geht mir seit Monaten relativ viel Nachtschlaf ab. Der sich auch nur begrenzt tagsüber nachholen lässt. Selbst Füße hochlegen auf dem Sofa ist eher anstrengend als entspannend. Dementsprechend bin ich ein wenig dauermüde. Minikrümel lässt jedoch weiter auf sich warten und hat auch noch zwei Wochen Zeit. Nachdem ich letztens beim Vorbereiten eines Nähprojektes sogar das erste Mal in meinem Leben am Schreibtisch eingeschlafen bin,war es für das seelische Wohlbefinden Zeit für eine Radikalkur.

Also wurden seit Beginn des Mutterschutzes erst 1-2 Stunden am Tag im wilden Garten vorsichtig gearbeitet, um die Wehwehchen nicht zu verstärken. Die Zeit wurde dann langsam ausgedehnt, nachdem das Krümelchen inzwischen kommen darf und sich vor allem die Wirkung der Gartenarbeit etwas besser einschätzen lässt. Bei fast jedem Wetter.

Ja, ich bin elendig langsam und es gibt viele Pausen zwischen den Arbeitshäppchen. Auch lässt sich nicht alles erledigen, was getan werden könnte/sollte. Aber trotz aller Langsamkeit und Müdigkeit geben einem die bearbeiteten Quadratzentimeter das Gefühl, etwas am Tag getan und erlebt und geschafft zu haben. Die stetigen Veränderung des Frühlings hilft schon beim steten Genießen während der Pausen gegen das „Decke auf den Kopf fallen“. Unkrautzupfen lenkt ungemein von den Wehwehchen ab und verhindert unnötiges Sorgenmachen. Kurzum, ich bin hinterher manchmal ziemlich platt, aber innerlich so viel entspannter.

Statt das letzte Beet vorzubereiten, wurde folgerichtig diese Woche ein Projekt mit höherem Befriedigungswert vorgezogen. Bei der Gartenübernahme zierte eine Eibenmauer die südliche Gartenhälfte. Diese war satzungsbedingt zu entfernen. Mit einer Handsäge ausgerüstet blieben die Strünke übrig und ein beachtlicher Todesstreifen unter/um die ehemalige Hecke.

Über einem der Strünke trohnt seit dem Sommer das Baumhaus der Kinder. Drumherum offenbarte sich jedoch ein trauriger Anblick mit wucherndem Gras, dem Grünschnitthaufen vom Herbst (für Igel) und toten Flecken.

Also lautet der Beschluss, dass sich etwas ändern muss. Unter dem Baumhaus werden dieses Jahr Heidlbeeren angesiedelt und unterpflanzt. Da die Eibenwurzeln in der Eibe bleiben, ist ein Hochbeet erforderlich. Die sonnigen Streifen um das Häuschen im Bereich der Treppe sollen Wildblumen statt der schlecht zu mähenden Wiese erhalten. Der zweite Strunk wird ein wenig durch eine Rabatte versteckt. Die Strünke müssen hierbei noch zugänglich bleiben, bis der Schwiegervater denen dieses Jahr mit der Kettensäge zu Leibe rückt.

So sieht es bisher aus: Rabatte mit ungefüllter Bodendeckerrose, krausem Salbei, Thymian und Heidelbeerbeet u. a. mit Heuchera und Zwergnesseln. Verwendet wurden größtenteils im Garten vorgefundenen Materialen. Demnächst muss noch ein wenig Erde aufgefüllt und die Lücken mit den einjährigen Blumen begrünt werden. Die provisorische Begrenzung an den Strünken kann hoffentlich auch bald weg. Ich freue mich schon auf den Anblick im Sommer. Und zwischendrin schaffe ich es hoffentlich auch mal wieder, die Kamera mitzunehmen.

beet_bodendeckerroseheidelbeerbeet

In der Zwischenzeit trinke ich noch ein wenig Tee und warte ab, wann das Krümelchen zu erscheinen geruht.

 

 

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