In Arbeit – Hemdbluse mit verdeckter Knopfleiste

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Im Rahmen der Aktion „Vom Laufsteg in den Kleiderschrank“ wollte ich eine Bluse mit überlangen Manschetten nähen, ähnlich dieser Inspiration. Schnittgrundlage ist die Hemdbluse Modell 10 aus der nähtrends 3/16. Folgende Änderungen sind eingeplant:

  • Die Manschetten werden deutlich vergrößert, um der Inspiration näher zu kommen.
  • Die Länge wir um 14 cm gekürzt, damit es eher Bluse als Kleid wird. im Original geht es etwa bis zur Hälfte des Oberschenkels
  • Ich bin noch unsicher, ob der Kragen ebenfalls stärker betont wird.
  • Bei den Brusttaschen bin ich unschlüssig. Diese werden erstmal aufgelegt, bevor ich mich endgültig entscheide.

Genäht wird die Bluse aus einer wunderbar griffigen Baumwolle in gewagtem blassblau. Die Farbe ist in zweierlei Hinsicht ein Experiment. Zum einen aufgrund meiner hellen Hautfarbe, die selbst im Sommer wenig bräunt. Zum anderen probiere ich einen ungewohnte Muster- und Farbmix aus und verlasse so die gewohnten Pfade. Vor meinem inneren Auge passen ein Rock aus dem Baumwollsatin, Pullunder aus dem geblümten Viskosestrick und der Hemdenstoff trotz allem zusammen und vor allem zum Inspirationsoutfit.

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Neuorientierung oder Aufbruchsstimmung im Frühling

Heute

Ich möchte mich erst einmal für die aufmunternden Kommentare und Wünsche bedanken. Leider verliefen die letzten Wochen nicht ganz so ruhig. Nach vermehrten Krampfanfällen und diesmal eindeutigem EEG waren wir stationär zur Medikamenteneinstellung mit einem Anti-Epileptikum. Jetzt muss die Zukunft zeigen, ob Medikament und Dosis passen.

Durch all die Krankenhaustage sowie anschließenden Kinderkrankheitstage (es leben die Abschiedsgeschenke) ist viel liegengeblieben. Stapel mit Nähprojekten, Garten, berufliche Weiterbildung…. Alleine der Umstand, dass alles gut zwei Monate wartete, löst eine gewisse Lähmung aus. Es fühlte sich fast ein wenig wie Versagen an, dass diese Dinge nicht noch nebenbei gewuppt wurden. Schließlich hab ich Superkräfte. Oder so ähnlich. So kann es nicht weiter gehen. Eine Veränderung muss her.

Erster radikaler Schritt: Meine Listen mit den Nähplänen und sonstige To-do-Listen wurden ohne weitere Prüfung entsorgt. Wichtige Sachen werden sich auch so auf der Agenda wiederfinden. Ansonsten – Mut zur Lücke.

Fokusieren: Die Regale um den Schreibtisch wurden neu befüllt. Es liegt nur noch das nächste Projekt in Sichtweite anstelle von mehreren Projekten. So lassen sich zwar keine inspirierenden Stoffstapel anhimmeln. Dafür erdrückt einen aber auch nicht die lange Projektliste. Passenderweise konnte der Regalinhalt so gleich an ein sehr mobiles und neugieriges Kleinkind angepasst werden.

Salamitaktik: Anstelle von langen To-do-Listen mit engem Zeitplan werden die wichtigen Projekte in machbare Teilabschnitte heruntergebrochen und priorisiert.

  • Lernen geht vor, da stehen im April und Mai Abschlussprüfungen für die Sachverständigen-Weiterbildung an.
  • Zeitkritische Arbeiten werden bei ausreichender Wichtigkeit eingeplant. Gegebenfalls wird ausgelagert, gestrichen oder Alternativen geprüft. Der Kindergeburtstag wird als Sommerparty nachgeholt, das Kind freut sich auf die Wasserbombenschlacht. Am Herzen liegende Pflanzen für den Garten vorziehen und die neuen Hochbeete aufbauen bis April/Mai ist wichtig fürs seelische Wohlbefinden.  Andere Pflanzen können eingekauft werden, wenn es soweit ist.
  • Nähprojekte werden eins nach dem anderen angegangen, einschließlich Träumerei. Eine für mich etwas ungewohnte Herangehensweise, aber im Moment einfach entspannender. Nach einem schönen Projekt kommt eine Reparatur, Umarbeitung oder ein Ufo-Abbau, um auch an dieser Front etwas Luft zu schaffen.

Selbstsüchtig sein: Freiräume schaffen und nutzen. Ganz ohne schlechtes Gewissen. Nur für die innere Ausgeglichenheit. Es gibt immer noch etwas zu erledigen, aber nichts ist so wichtig, als auch mal Zeit für mich einzuplanen.

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Ein Fragezeichen bleibt

Wir sind wieder zu Hause und durften sogar ein paar ruhige Tage mit höchst willkommenem Besuch genießen. Die Entlassung kam recht plötzlich am Tag nach der letzten Untersuchung. Die ursprünglich angedachte Medikamentierung wird nun doch nicht erfolgen, da es keinen richtigen Ansatzpunkt gibt. Eine Epilepsie ist nicht manifestiert, auch wenn dyskognitive Anfälle auftreten. Eine Prognose gibt es nicht. Wir haben ein Notfallmedikament für Anfälle über drei Minuten, bisher sistierten sie vorher. Wenn es gegeben wird, bei Anfällen mit Atemnot oder bei einer Häufung sollen wir uns wieder vorstellen. Dazu gab es Aufmunterungsversuche der entlassenden Assistenzärztin, dass der Verzicht auf eine Medikamentierung doch eine gute Sache sei und es vielleicht nur in Verbindung mit dem Schnupfen zu den Krampfanfällen kam. Während ich unter Berücksichtigung der Nebenwirkungen auch nur zielgerichtet Medikamente geben möchte, bleibt doch eine gewisse Hilflosigkeit und das Gefühl, dieses Jahr noch öfter das Krankenhaus besuchen zu werden. Jede Nichtbewegung des Kindes wird mit ängstlichem Argwohn überwacht. Wir hoffen auf weniger Anfälle, heute morgen war der erste seit anderthalb Wochen. Die Frequenz darf sich gern weiter vergrößern. Nichtsdestotrotz geht es dem Kind außerhalb der Anfälle gut. Seit einer Woche kann es auch vorwärts krabbeln. Inzwischen sogar schon richtig schnell und weit. Auch das freie Sitzen klappt inzwischen, so dass sie ihre Mahlzeiten stolz im eigenen Stuhl zu sich nehmen kann. Wir versuchen, die schwerelosen Momente festzuhalten, um die Anspannung abzuschütteln.