Neuorientierung oder Aufbruchsstimmung im Frühling

Heute

Ich möchte mich erst einmal für die aufmunternden Kommentare und Wünsche bedanken. Leider verliefen die letzten Wochen nicht ganz so ruhig. Nach vermehrten Krampfanfällen und diesmal eindeutigem EEG waren wir stationär zur Medikamenteneinstellung mit einem Anti-Epileptikum. Jetzt muss die Zukunft zeigen, ob Medikament und Dosis passen.

Durch all die Krankenhaustage sowie anschließenden Kinderkrankheitstage (es leben die Abschiedsgeschenke) ist viel liegengeblieben. Stapel mit Nähprojekten, Garten, berufliche Weiterbildung…. Alleine der Umstand, dass alles gut zwei Monate wartete, löst eine gewisse Lähmung aus. Es fühlte sich fast ein wenig wie Versagen an, dass diese Dinge nicht noch nebenbei gewuppt wurden. Schließlich hab ich Superkräfte. Oder so ähnlich. So kann es nicht weiter gehen. Eine Veränderung muss her.

Erster radikaler Schritt: Meine Listen mit den Nähplänen und sonstige To-do-Listen wurden ohne weitere Prüfung entsorgt. Wichtige Sachen werden sich auch so auf der Agenda wiederfinden. Ansonsten – Mut zur Lücke.

Fokusieren: Die Regale um den Schreibtisch wurden neu befüllt. Es liegt nur noch das nächste Projekt in Sichtweite anstelle von mehreren Projekten. So lassen sich zwar keine inspirierenden Stoffstapel anhimmeln. Dafür erdrückt einen aber auch nicht die lange Projektliste. Passenderweise konnte der Regalinhalt so gleich an ein sehr mobiles und neugieriges Kleinkind angepasst werden.

Salamitaktik: Anstelle von langen To-do-Listen mit engem Zeitplan werden die wichtigen Projekte in machbare Teilabschnitte heruntergebrochen und priorisiert.

  • Lernen geht vor, da stehen im April und Mai Abschlussprüfungen für die Sachverständigen-Weiterbildung an.
  • Zeitkritische Arbeiten werden bei ausreichender Wichtigkeit eingeplant. Gegebenfalls wird ausgelagert, gestrichen oder Alternativen geprüft. Der Kindergeburtstag wird als Sommerparty nachgeholt, das Kind freut sich auf die Wasserbombenschlacht. Am Herzen liegende Pflanzen für den Garten vorziehen und die neuen Hochbeete aufbauen bis April/Mai ist wichtig fürs seelische Wohlbefinden.  Andere Pflanzen können eingekauft werden, wenn es soweit ist.
  • Nähprojekte werden eins nach dem anderen angegangen, einschließlich Träumerei. Eine für mich etwas ungewohnte Herangehensweise, aber im Moment einfach entspannender. Nach einem schönen Projekt kommt eine Reparatur, Umarbeitung oder ein Ufo-Abbau, um auch an dieser Front etwas Luft zu schaffen.

Selbstsüchtig sein: Freiräume schaffen und nutzen. Ganz ohne schlechtes Gewissen. Nur für die innere Ausgeglichenheit. Es gibt immer noch etwas zu erledigen, aber nichts ist so wichtig, als auch mal Zeit für mich einzuplanen.

frauenmantel

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