Rückblick – Ein Tag mit Anfällen und ein Behandlungsanfang

Gegen sieben ist das Kind wach und hat verständlicherweise Hunger. Es gibt ein paar Kuscheleinheiten und Frühstück.

Viertel vor acht: der erste Krampfanfall. Danach ist das Kind völlig erschlagen und schläft erstmal. Zwischendrin wacht es für ein paar Minuten auf, möchte aber eigentlich nur weiterschlafen.

Halb zwölf ist das Kind wieder wach. Das Mittagessen wird warm gestellt, während ein wenig gekrabbelt wird. Pünktlich zum Essensbeginn kommt der zweite Krampfanfall. Danach ist das Kind wieder schläfrig. Wir machen uns auf den Weg zur Uniklinik. Nach Untersuchung des Kindes wird entschieden, dass sie vorerst wieder nach Hause darf. Am Wochenanfang sollen mit dem Oberarzt der Neuopädiatrie das weitere Vorgehen und Termine für ein erneutes EEG abgestimmt werden. Vielleicht erfolgt doch eine medikamentöse Einstellung. Beim zweiten Anfall nach Entlassung innerhalb von einem Tag oder bei Anfall mit Gabe des Notfallmedikamentes sollen wir uns wiedervorstellen zur stationären Aufnahme. Zu Hause wird erstmal das Mittagessen nachgeholt.

Vierzehn Uhr. Das Kind krampft schon wieder. Anschließend schläft sie, mit einer Minipause zum Kuscheln. Vorsorglich wird die Kliniktasche gepackt und alle notwendigen organisatorischen Schulsachen für die Großen erledigt. Wir versuchen mit Kaffee und Torchlight II etwas zu entspannen, während die Großen im Hof den Sonnenschein genießen. Zwischendrin immer wieder Kontrollgänge ins Kinderzimmer. Gegen fünf schläft das Kind noch immer. Ich habe das dringende Bedürfnis, mich in meiner Nähecke einzugraben. Das Kind wacht auf. Strahlt und singt. Es gibt Essen bevor das Wohnzimmer erkundet wird.

Halb sechs ist ein halbstündiges Schläfchen erforderlich, um Kraft zum Krabbeln und Herumalbern zu tanken. Diesmal schafft es das Kind eine ganze Stunde wach zu sein, bevor es anfängt sich die Augen zu reiben. Es scheint nicht einfach zu sein, wieder einzuschlafen. Doch schließlich ist der Tag für sie vorbei.

Am nächsten Tag erfolgt zwischen weiteren Krampfanfällen die stationäre Aufnahme und einen Tag später die Einstellung auf ein Antiepileptikum. Die Anfallwelle ebbt glücklicherweise von allein ab. Dafür bekommt das geplagte Kind dummerweise Fieber, weil es einen Erkältungserreger aufgesammelt hat. Eine Woche müssen wir für die Einstellung bleiben und auf Nebenwirkungen achten v.a. Verhaltensänderungen wie gedämpftes Verhalten oder Hautreaktionen. Zum Glück sind keine Nebenwirkungen zu beobachten. Auf der anderen Seite lässt sich zur Wirkung wenig sagen, da hierfür ihre Anfälle abgewartet werden müssen. Aus dem EEG lässt sich bei ihr leider nichts ableiten. Wir sind vorsichtig optimistisch und möchten gern dran glauben.

Ein Gedanke zu „Rückblick – Ein Tag mit Anfällen und ein Behandlungsanfang

  1. Hallo Ulrike, ich hoffe, dass eure Kleine bald anfallsfrei ist und das Antiepileptikum gut verträgt. Mein Sohn hatte „nur“ 2 Fieberkrämpfe und ich habe ihn zeitweilig sehr angespannt beobachtet, hat mich sehr gestresst, obwohl ich von Berufs wegen ja mit Epilepsie zu tun habe.
    Einen entspannten (hoffentlich bald) Frühling, herzliche Grüße
    Sabine

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