Freiräume schaffen

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Dieses Jahr war voll. So voll und hektisch und nicht annähernd so produktiv wie geplant. Überhaupt war Planung so eine Sache. Das Jahr endete passenderweise auch wie es begonnen hat, mit krankem Kind, zusätzlichen Therapie- und Untersuchungsterminen und einen Berg an beruflicher Arbeit, die man ja doch irgendwann mal erledigt haben möchte. Außerdem starren einen die vernachlässigten persönlichen Projekte so vorwurfsvoll an.

Es war Zeit durchzuatmen und erstmal wieder sich Freiraum zu schaffen. Den Schreibtisch aufzuräumen, Termine und Aufgaben auf das notwendigste zu reduzieren, viel Zeit mit der Familie verplempern und die Seele baumeln lassen.

  • Schlafanzugtage für alle
  • Viel Blödsinn treiben
  • Verwandschaftsbesuche genießen
  • Mit der Jüngsten nach der Medikamenteneinnahme noch mit Kakao, Kaffee und Buch im Bett kuscheln
  • jede Menge Spiele
  • und auch der ein oder andere Film von der Liste wurde gemeinsam geschaut

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Der Akku ist für den dennoch stürmischen Januar aufgetankt. Es steht ein Umzug (und die Küche muss noch aufgemessen und fertig bestellt werden) sowie zwei Facharzttermine für die Kinder, Ergotherapie, Logopädie, Fussballtraining mit Spielbetrieb und drei Tage lang geplante Weiterbildung auf dem Programm. Soviel zum ruhigen Jahresstart. Damit ich mir dennoch Freiräume erhalten kann, ist der Plan:

  • die Küche montieren zu lassen und auch für die Möbelschlepperei Hilfe zu holen (zumal nur teilweise ein Aufzug vorhanden ist9
  • wirklich mal nur ein Projekt auf dem Tisch zu haben
  • maximal ein weiteres in einem leicht zugänglichen Projektkorb, dass mobil ist und mit mehr Kinderunterbrechungen erledigt werden kann
  • Projekte einfach mit den Kindern zusammen erledigen: Der Älteste muss/darf jetzt dabei helfen, seinen alten Rollcontainer aufzuhübschen (Marke Uraltmodell vom Lieblingsmann). Die nur noch partiell erhaltenen Plastegriffe müssen ausgebessert werden. Heute haben wir die alten Bohrlöcher mit Holzpaste zugespachtelt. Es steht noch Nachschleifen, neue Farbe in Teilbereichen und die Wiederverwendung anderer Griffe auf dem Programm.
  • Die Gelegenheit zu nutzen, nochmal auszumisten und die geschaffenen Freiflächen zu genießen.
    • Aussortierte Kleidung und Schuhe (nicht mehr passend) werden in einem kleinen Lädchen an hiesige Bedürftige weitergegeben.
    • Ein großer Stapel Bücher und Zeitschriften sind in die Stadtbibliothek gewandert.
    • Zubehör für aufgegebene Hobbies/Interessensgebiete wurde weitergegeben
    • und auch einige Möbel sind schon gewandert.

Als nächstes steht EIN roter Rollkragenpullover an. Mit einer Tasse Tee. Vielleicht einem Podcast…

… und sonst NIX.


Sonntagskaffee – Was diese Woche geschafft wurde und nächste Woche geplant ist

„Und, was gab es bei Dir letzte Woche?“, fragt der Pinguin beim Sonntagskaffee (schön kräftig und mit viiiiiiiiel Zucker). „Ach, ich habe doch einiges geschafft…

  • pinkfarbenen Rock für die Laufsteginspiration herausgesucht
  • am blaugrün-kariertem Kleid
    • Reißverschluss eingesetzt (zweimal), jetzt passen die Streifen richtig schön zusammen
    • Taschen vergessen und mich aufgrund der schmalen Form letztendlich gegen auftrennen entschieden
    • alle Nähte abgesteppt, da sich die Nahtzugaben nicht so schön umlegen wollten
    • Futterkleid eingesetzt
    • die Ärmel werden heute auch noch eingesetzt
  • Einen Mantelschnitt herausgesucht für einen Wintermantel, den ich in den Weihnachtsferien anfangen möchte. Ich überlege nur noch, mit welchem Vlies ich den Mantel füttere. Das 281er Vlies wäre vorhanden, oder doch lieber thinsulate?
  • Rosinenstollen gebacken und Pizzaschlangen, Calzone und Kartoffelkuchen

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„Gar nicht mal schlecht, von dem Kuchen nehm ich ein Stück.“ „Für nächste Woche habe ich mir auch einiges vorgenommen…

  • Kleid und Futterkleid säumen
  • Den Korb mit den angefangenen Projekten etwas leer nähen
  • Fußballsachen im Fundbüro (Stadt) und Schulsachen im Fundschrank (Schule) suchen
  • Füllung für den Adventskalender während des Hockeytrainings kaufen
  • Adventsdeko und Adventskalender aufbauen
  • die frostempfindlichen Sachen aus dem Wildgarten nach Hause holen und einlagern
  • Mit den Schwiegereltern das Wochenende genießen

„Oh fein! Wenn das Kleid fertig ist, musst Du es mir unbedingt beim nächsten Kaffee zeigen!“

sonntagskaffee_groß


Sommerurlaub mit Kindern – Harz II

Harzurlaub (96) von Ilseburg durchs Ilsetal

Den wärmsten Urlaubstag nutzten wir für eine schattigere Wanderung entlang der beständig rauschenden Ilse. Startpunkt war Ilsenburg. Von dort wanderten wir anfangs auf Heinrich-Heines Pfaden mit zahlreichen Infotafeln über die malerische, romatische Landschaft.

Harzurlaub (99) von Ilseburg durchs Ilsetal

Der Weg war teilweise recht schmal und führte unter und über abgebrochene Bäume. Für einen ausgewiesenen Wanderweg recht ungewohnt. Die Warntafeln wegen möglicher Unfallgefahren durch die sparsame Bereinigung des Waldes ebenso.

Wer lieber auf barrierefreien Wegen reist, konnte den angrenzenden Fußweg entlang der Straße nutzen.

Harzurlaub (101) von Ilseburg durchs Ilsetal

Harzurlaub (102) von Ilseburg durchs Ilsetal

Unser Weg führte uns zu den unteren und oberen Ilsefällen und von dort wieder über einen kleinen Rundweg zurück nach Ilsenburg. Das ergab eine gemütliche Wanderung von etwa 10 km.

Harzurlaub (104) von Ilseburg durchs Ilsetal

Auf Lichtungen konnten wir zahlreiche Schmetterlinge an den Disteln beobachten. Und Beeren für die Stärkung unterwegs gab es ebenfalls.

Harzurlaub (111) von Ilseburg durchs Ilsetal

Teil I der Wanderungen findet ihr hier

Verlinkt zum Naturdonnerstag



Als uns das Kind den größten Schreck unseres Lebens einjagte

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Von einem Moment auf den anderen lag die kleine Maus fast leblos da und lief blau an. Gerade eben war sie noch am Einschlafen gewesen. Es gab nichts, was sie hätte Verschlucken können. Es kam auch nix raus, als wir sie im ersten Moment kopfüber hielten. Zum Glück atmete sie schon lange wieder bevor der Rettungsdienst kam. Nur benommen war sie noch. Erste Diagnose: Einfacher Fieberkrampf. Mögliche andere Ursachen sollten vorsichtshalber ebenfalls abgeklärt werden.

So verbrachten wir die Tage zusammen im Krankenhaus. Schlecht schlafend, oft aneiandergekuschelt auf dem Stuhl neben dem Gitterbett, soweit es die Verkabelung eben zuließ. Die Zehe leuchtend im Dunkeln. …Nach Hause…

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Heute darf sie wieder in ihrem eigenen Bett schlafen. Es war nach aller Wahrscheinlichkeit „nur“ eine Komplikation der Influenza, die sie gerade hat. Die Wiederholungsgefahr wird als gering eingeschätzt. Sowohl der Krampf als auch unsere Komplikation wären für das Kind ungefährlich trotz der dramatischen Wirkung. Dennoch ertappe ich mich immer wieder, wie ich nach Atemzeichen suche. Wohl noch eine Weile werde. Ein wenig hüpft die Temperatur noch auf und nieder, aber die Energie kehrt zurück. Wir versuchen uns, im Alltag wiedereinzufinden. Den Schrecken abzuschütteln.