Als uns das Kind den größten Schreck unseres Lebens einjagte

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Von einem Moment auf den anderen lag die kleine Maus fast leblos da und lief blau an. Gerade eben war sie noch am Einschlafen gewesen. Es gab nichts, was sie hätte Verschlucken können. Es kam auch nix raus, als wir sie im ersten Moment kopfüber hielten. Zum Glück atmete sie schon lange wieder bevor der Rettungsdienst kam. Nur benommen war sie noch. Erste Diagnose: Einfacher Fieberkrampf. Mögliche andere Ursachen sollten vorsichtshalber ebenfalls abgeklärt werden.

So verbrachten wir die Tage zusammen im Krankenhaus. Schlecht schlafend, oft aneiandergekuschelt auf dem Stuhl neben dem Gitterbett, soweit es die Verkabelung eben zuließ. Die Zehe leuchtend im Dunkeln. …Nach Hause…

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Heute darf sie wieder in ihrem eigenen Bett schlafen. Es war nach aller Wahrscheinlichkeit „nur“ eine Komplikation der Influenza, die sie gerade hat. Die Wiederholungsgefahr wird als gering eingeschätzt. Sowohl der Krampf als auch unsere Komplikation wären für das Kind ungefährlich trotz der dramatischen Wirkung. Dennoch ertappe ich mich immer wieder, wie ich nach Atemzeichen suche. Wohl noch eine Weile werde. Ein wenig hüpft die Temperatur noch auf und nieder, aber die Energie kehrt zurück. Wir versuchen uns, im Alltag wiedereinzufinden. Den Schrecken abzuschütteln.

Pausenbrot 2.0 – So macht das Schulbrot wieder Spass

Tomatenmännchen

Unglaublich. Unser zweites Schulkind ist inzwischen drei Wochen in der Schule und fühlt sich in seiner Klasse und im Schulumfeld immer noch wohl. Entgegen aller Befürchtungen. Was für eine Erleichterung. Für das Pausenbrot hatte beim ersten Schulkind der Lieblingsmann gesorgt, während ich morgens mühsam ums Wachwerden kämpfte. Es gab meist Wurststulle, teils mit Apfelspalten oder Trockenobst und dazu Wasser. In der Schule ist zusätzlich für Pausenmilch und Mittag gesorgt. Leider nahmen die angeknabberten Rückläufer immer mehr zu. Keine Zeit, kein Hunger, (keine Lust). Ohne Pausenbrot in die Schule zu gehen, ist jedoch auch keine Lösung.

Die ersten Tage wurde dennoch auf Brot verzichtet. Stattdessen gab es erstmal Nuss- bzw. Haferriegel und etwas Obst/Gemüse mit in die Schule und bei mir Grübeleien zur Verbesserung. Das Brot hübsch hinzugarnieren mit Gesicht darauf etc. wäre sicherlich eine Möglichkeit, wenn es nur auf dem Teller liegen würde. Wundervolle Fotos hiervon finden sich im Netz zur Genüge. Aber die Jungs schütteln die Brotbüchsen beim Gehopse in die Schule ordentlich durch und wie der Ranzen im Spind liegt, ist teilweise abenteuerlich. Also muss das Essen ohne Gesicht auskommen und hüpfsicher sein, damit es in der Frühstückspause noch appetitlich aussieht.

Der Plan

Seit Woche 2 mache ich einen Schlachtplan für die Woche: welches Essen am jeweiligen Wochentag und die erforderlichen Einkäufe. Bisher gab es u. a.

  • Joghurt geschichtet mit Müsli (hauptsächlich aus Getreideflocken) und Früchten
  • dünne Wraps mit Creme Fraiche, Salat, Schinken und Käse (zur Sicherheit eingewickelt in Butterbrotpapier, so dass nur das obere Ende herausschaut)
  • Joghurt mit etwas zum selber Reinrühren, je nach Sorte
  • Butterbrot mit Wurstwürfeln/Käsewürfeln und Minispieß
  • Pancakes
  • Toastie bzw. eine halbe dicke Brotscheibe gefüllt mit Brotbelag und Petersilienzunge sowie Trockenobstaugen an Zahnstocher
  • selbstgekochten Grießbrei mit Apfel-Birnenkompott und Zimtzucker
  • Nudelsalat aus Reisnudeln mit Lauchzwiebeln, Feldsalat, Basilikum und Minihackfleischbällchen mit Stangensellerie (Ein überraschendes „Können wir den nochmal kaufen?“)
  • als Beilagen je nach Kind: Obst, Trockenobst, Gemüse und Nüsse
  • Eine Kleinigkeit aus dem Süßigkeitsvorrat des Schulanfangs darf sich jedes Kind selbst dazupacken.
  • Falls kein Mittagessen fürs Kind aufgrund der Auswahl bestellt wurde, wird die Portion entsprechend ausgebaut und ergänzt.

Der Aufwand

Man muss sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, einmal einen Essens- und Einkaufsplan für einen bestimmten Zeitraum aufzustellen, so dass morgens keine Kreativübung vor dem leeren Kühlschrank erforderlich ist. Wenn ich außerdem die vorzubereitenden Speisen mit meinen eigenen Mittagsplänen koordiniere, hält sich auch der zusätzliche Zeitaufwand fürs Kochen oder Schnippeln in vertretbarem Rahmen. Nur zum Fotografieren als Erinnerungsstütze für mich bin ich noch nicht gekommen.

Das bisherige Ergebnis

Die Rückläufer sind minimal, selbst gelegentliche Experimente wurden wohlwollend aufgenommen. Gründe für Rückläufer: der Cheddar in den Wraps kam bei einem Kind nicht gut an und ein Kind hatte einige Tage einfach grundsätzlich wenig Appetit. Die Herausforderung wird sein, ein wenig Abwechslung beizubehalten.

Für den Transport brauchen wir auf jeden Fall noch weitere kleine Gefäße/Unterteilungsmöglichkeiten, damit beispielsweise Wurstwürfel und Heidelbeeren mit Butterbrot nicht kunterbunt durcheinander geschüttelt werden.

Morgen wird für die nächste Woche weitergeplant.

Katzenjammer nach der Geburt

Die meisten Geburtsberichte enden ja immer mit einem glückseligen Moment, wenn man das Kind das erste Mal im Arm halten kann. Das war natürlich auch diesmal wieder sehr beruhigend und hat ein wenig von dem ewig dauernden unkontrollierten Muskelzittern nach der kurzen heftigen Geburt und dem Gefühl der Überrumpelung abgelenkt. Seitdem zeigt sich jedoch die eine oder andere unromantisch Seite nach der Geburt.

Den ersten Tag nach der Geburt war mein Kreislauf völlig instabil, so dass ich im Krankenhaus nur in Begleitung aufs WC durfte, damit ich unterwegs nicht zusammenrutsche. Die heftige, kurze Geburt (zwei Stunden ab Wehenbeginn) war einfach ein bißchen viel auf einmal. Dazu fehlt wohl niemandem der Wochenfluss und die regelmäßigen Spülungen. Der Kleinen ging es zum Glück recht gut, auch wenn sie mir leicht unterkühlt von der Klinikaufnahme nachgebracht wurde (aus Platzmangel waren wir nicht auf der Wochenstation) und sie die ersten anderthalb Tage ziemlich viel Fruchtwasser erbrach, bevor sie überhaupt ans Stillen denken konnte.

Das Stillen klappte erfreulich gut und pünktlich am vierten Tag nach der Geburt setzte ein Monstermilcheinschuss ein, der innerhalb eines halben Tages Körbchengröße D in die Größe und Konsistenz von Bowlingkugeln verwandelte. Literweise Pfefferminztee, Ausstreichen, Kühlen und Quarkwickel führten nur sehr langsam zu einer Linderung. Jedes Stillen brauchte einen kurzen Vorlauf, damit das Kind überhaupt eine Chance hatte, zu Saugen. Auf dem Höhepunkt konnte ich mir dank der Schmerzen noch nicht mal eine Scheibe Brot alleine abschneiden.

Kurz nach der Klinikentlassung begannen die Hämorrhoidenknoten anzuschwellen, die durch die Geburt herausgerutscht waren. Sitzen und Bewegen wurde trotz Zäpfchen und Salbe immer schmerzhafter. Meine Versuche, mich irgendwohin zu positionieren oder mich aufzurichten, müssen erbarmungswürdig ausgesehen haben. Die Nachsorgehebamme hatte leider auch keine Einfälle, wie sich Linderung einstellen könnte.

Fünf Tage nach der Geburt stellte ich dann fest, dass offensichtlich meine Dammnaht wieder aufgerissen ist. An diesem Punkt fing ich erstmal an zu Heulen. Irgendwann reicht es dann doch an Problemen. Zusätzlich stellte sich das völlig irrationale Gefühl des Versagens ein, da ich das Kind gerade nicht ohne Hilfe normal versorgen kann. Anschließend fuhr mich der Lieblingsmann wieder zum Krankenhaus in die Notfallambulanz, die mich umgehend wieder zum Kreissaal schickten. Glücklicherweise hatten sich nur die oberen Schichten der Dammnaht wieder geöffnet, da sich die Fäden vorzeitig gelöst haben. Wir hätten bei dem schönen Sonnenschein keinen kurzen Spaziergang machen dürfen, auch wenn ich seit dem zweiten Tag schon in der Klinik ständig zu Fuß herumgescheucht wurde zur Thrombosevorbeugung. Die Klinik entschied sich gegen ein erneutes Nähen, weil trotz allem gute Heilungschancen bestünden. Konsequenz: weitestgehende Bettruhe die nächsten Tage, weiterhin regelmäßige Spülungen, viel Luft an die Dammnaht kommen lassen und sonst nur die tollen Netzschlüpfern aus der Klinik verwenden. Für die Hämorrhoiden soll weiterhin die Salbe genommen werden. Zusätzlich müssen die angeschwollenen Knoten regelmäßig gegen alle Schmerzen hinter den Schließmuskel zurückgeschoben werden. Die Probleme könnten sich durch die Lockerung des Schließmuskels unter der Geburt jedoch die nächsten Monate hinziehen.

Inzwischen ist der Milcheinschuss überwunden und etwas Licht am Horizont zu sehen. Die Bring-/ Abholdienste der Großen werden die nächste Woche teilweise von den Großeltern abgefangen, so dass der Lieblingsmann auch mal Luftholen kann. Der kroch irgendwann auch auf dem Zahnfleisch, schließlich teilen wir uns sonst die Arbeiten. Die nächsten Tage/Wochen werden auf jeden Fall noch sehr zäh und ruhig sein. Mal sehen, welche Beschäftigungstherapie mir für die vielen Liegestunden einfallen.

 

Neue Jahr – Neues Wohnglück und Pläne

Die Ruhe zwischen den Jahren wurde zum Umziehen genutzt, so dass wir nun eine passende Ecke für den im Mai erwarteten Familienzuwachs haben. Das Blümchen wächst recht fleißig und tritt und dreht schon  freudig um sich.

Das Packen neugierig begleitet haben all die Katzen von der Adventspost. Die letzten müssen noch fotografiert werden. Es war auf jeden Fall faszinierend, welche Bandbreite in einer vermeintlich simplen Technik wie Milchtütendrück stecken kann.

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Das Blümchenzimmer und das vergrößerte Jungszimmer (die Krümel müssen/dürfen sich immer noch eins teilen) bedingt ein noch kleineres Schlafzimmer, das eben so für Bett und 2 m Schrank reicht. Die Küche ist nun offen mit dem Wohnbereich verbunden, sehr ungewohnt. Vor allem aber ist der Flur fast komplett entfallen und auch meine Ecke ist deutlich geschrumpft. Schreibtischarbeit, Nähen und Basteln muss sich jetzt auf dieses Arreal beschränken, d. h. es ist deutlich mehr Ordnung erforderlich. Andererseits hilft der Zwang, die Projekte nacheinander fertig zu machen, vielleicht bei der Projektabarbeitung *grins*.

neue Ecke_2016

Zumindest wurde dieses Jahr schon fleißig gebastelt, so wie der Jahreswechsel hier meist eine Zeit zum Basteln und ruhigen Experimentieren ist.

 

 

Bunt ist die Welt

Blumenstrauß mit Iris

Heute sucht Lotta hübsch gedeckte Tische. Bei uns gibt es selbst an hohen Feiertagen eher minimale Deko. Aber auch sonst wird das Essen ein wenig nett angerichtet, das Auge ist schließlich mit.

Und so gibt es zu Alltagsblümchen aus dem Wildgarten und Alltagsgeschirr zum vom Lieblingsmann gekochten Sonntagsessen schnell noch eine Tischdecke (klein genug, um außerhalb der Kinderteller mit darauf befindlicher Tomatensoße zu liegen) und Servietten zum vom Lieblingsmann gekochten Sonntagsessen für Mehr-als-Alltags-hübsch.

Hübsch gedeckter TischBlumenstrauß mit Akelei

Ebenfalls ein hübsch gedeckter Tisch im übertragenen Sinne: die Löffelfamilie. Der Legende nach auf Betreiben von Herrn Honecker höchstselbst wurde die Leuchtreklame 1973 zur Verschönerung des Stadtbildes im Rahmen der Kampagne „Leipzig – Stadt des Wassers und des Lichts“ errichtet. Das Kulturdenkmal verfiel mit Schließung der dazugehörigen VEB nach der Wiedervereinigung und wurde dank Initiativen 1999 und 2011 saniert. Ein Verein hält es inzwischen erfolgreich seit mehreren Jahren am Leben.

Leider schaffe ich es derzeit nicht, 90 Minuten nach Dämmerung das Einschalten der Neonleuchten abzupassen, dann könnte man ihnen auch noch beim Löffeln zusehen. Auch die Spuren der mehrjährigen Baustelle lassen sich nicht vermeiden.

Aber auf der Vereinseite gibt es ein paar unverfälschte und vor allem ein paar Nachtaufnahmen zu sehen.

Löffelfamilie

Verlinkt zu Lotta liebt Blau.