Hochbeetverschönerung im Wildgarten

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Unser ältestes Hochbeet wurde zu Beginn der Gartenübernahme in Eile zusammengestückelt.  Es war nie schön und wird auch über die Zeit nicht hübscher. Wie mit allen Provisorien stand es natürlich erst mal. Dieses Jahr kommt die überfällige Dauerlösung. Neben dem Provisorium steht ein großer Hibiskusstrauch und eine in die Jahre gekommene Azalee. Beides wurde zur Erweiterungsfläche deklariert. Es sind noch zwei Azaleen in direkter Nachbarschaft vorhanden und bestimmt noch zwanzig Hibiskusse vom Vorbesitzer. Nach diversen Planspielen fiel die Entscheidung auf eine U-förmige Anordnung. Die zwei hohen Hochbeeten (58 cm Höhe) ersetzen die bisherige Beetfläche. Neu hinzukommt ein höhergelegtes Beet, welches als Blumenbeet dienen wird.

So sah das Elend am Anfang aus. Zugegebenermaßen ein Trauerspiel. Aber unsere Gartenmaus liebt meine Verstecke, wie regelmäßige angeknabberte Kirschkernlager beweisen. Der Rückbau, die Rettung umliegender Pflanzen und die Bereinigung der Erweiterungsfläche nahm mit der kleinen Raupe im Schlepptau mehrere Tage im Anspruch. Die letzten Wurzeln durfte der Mann durchtrennen und dann die Ballen zur Seite wuchten. Beinahe hätte ich mir wieder mein Knie für längere Zeit lädiert.

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Die Beete kamen als Bausatz an und waren relativ schnell zusammengeschraubt. Deklariert als Akazienholz glaub ich aufgrund des Preises eher an falsche Akazie (sprich Robinie). Da Robinie jedoch eine unheimlich gute Haltbarkeit hat, kann ich damit leben. Die Innenseite wurde mit Hochbeetvlies ausgekleidet. Befüllt wird mit Ästen, Staudenschnitt, Grassoden, Laub, Kompost und Resterde vom alten Hochbeet. Das kleinere Hochbeet erhält nur einen etwa 10 cm hohen Rahmen und versteckt sich somit hinter den anderen. Der Totholzhaufen wird als Versteck erhalten bleiben, aber größtenteils aus dem Sichtfeld der Gartennachbarn verschwinden. Diverse naturnahe Gartenelemente sind in Kleingartenanlagen doch nicht jedermanns Sache.

Um die Beete ist partiell eine Bepflanzung geplant, die hauptsächlich aus Umsiedlern aus dem Garten und Samen generiert werden sollen wie den geretteten Zwiebelpflanzen und Akelei sowie einer wilden Lupine, die regelmäßig durch tobende Jungs gefährdet war. Zwei Salbei wurden zugekauft (Salvia nemorosa ‚Schwellenburg‘), vielleicht folgt noch eine Ergänzung durch Lavendel, so dass die Begrünung auch im Winter noch zu erahnen ist. Ich freue mich schon darauf, die nächsten Monate das Einwachsen zu beobachten.

Beeteinfassung – Kräuter- und Blumenhecke

inspiration kräuterhecke

Die Erinnerung an Beete in Nutzgärten ist oft eng mit dem Bild von Beeteinfassungen geprägt. So werden Klostergärten und Bauerngärten oft mit Einfassungen aus niedrigen Buchshecken assoziiert. In anderen Stilrichtungen dominieren vielleicht Stein/Beton. Der Beetrand ordnet das Chaos und verfügt durch seinen wiederholenden, rahmenden Charakter übereine ästhetische Komponente. Zusätzlich sollen die Einfassungen z. B. dem Gärtner ein wenig unter die Arme greifen und den Ausbreitungsdrang von Pflanzen bzw. Beikräutern eindämmen.

Im Wildgarten haben bisher nicht alle Nutzflächen einen Beetrand. Vielleicht die Hälfte ist mit einer Holzeinfassung aus Schnittgut umrandet, welches im Sommer teilweise überwachsen werden darf. Ein kleinerer Teil ist mit Steinen eingefasst. Der Rest ist durch fleißige Mitgießer sowie Herumtobern des öfteren gefährdet.

kräuterhecke

Dieses Jahr sollen auch die restlichen Beete eine Einfassung erhalten. Zwei neue Staudenbeete vor der Laube bekommen einen wintergrünen Rahmen aus Arzneithymian,  Bergbohnenkraut, Oregano und verschiedenen Ysops. Den Grundstock bilden der selbst gezogene Thymian sowie einzelne zugekaufte Pflanzen. Im Laufe des Jahres soll die Hecke durch Stecklinge und weitee Sämlinge verdichtet werden. Zwei bis drei kleinere Lücken werden zur optische Auflockerung für bogig wachsende Stauden verbleiben.

  • die Staudenbeete sehen auch im Winter noch ansehnlich aus
  • es gibt reichlich Nachschub für den Gewürzvorrat
  • die Pflanzen sind gute Nahrungsquellen für Insekten wie den angesiedelten Solitärbienen
  • es duftet sehr sommerlich neben unserer Essecke

Die Pflanzen bleiben nicht nur aufgrund der Kräuterernte relativ schmal und klein. Der  Pflegeaufwand für die geplante Kräuterhecke ist recht gering.

Dafür werde ich bei der Beeteinfassung der Gemüsebeete ein wenig mit einjährigen Kräutern und Blumen experimentieren. Entlang der Wege werden etwas niedrigere Pflanzen zum Einsatz kommen, so dass ein Bearbeiten der Beete problemlos möglich ist. In ausgewählten Randbereichen werden zur Abschirmung der Beete vielleicht auch höherwachsende Exemplare wie Agastachen eingesetzt. In die Beeteinfassung dürfen:

  • zur Frühjahrsbegrünung und ersten Markierung: Spinat (wird später sukzessive durch die eigentliche Bepflanzung ersetzt)
  • Kräuter: Basilikum (verschiedene Sorten), Kerbel, Schnittlauch (teilweise vorhanden), Borretsch, niedriger Dill
  • Blumen: kleinwüchsige Löwenmäulchen, Levkoje und Zinnien, Elfenspiegel, Tagetes, Ringelblume, diverse kleinere Salbei wie den Feuersalbei auf dem Foto unten

Der Basilikum insbesondere darf diesmal aus den Töpfen umziehen und eine optisch tragende Rolle spielen. Die Blumen und Kräuter können außerdem neben der gewünschten Unterstützung des Gemüsegedeihens auch zahlreiche Vasen fühlen und Salate abrunden (soweit essbar).

Im Laufe der Zeit wird die Blumenhecke dennoch ein sehr lockeres Grundgerüst mit immergrünen Pflanzen erhalten, so dass gerade zum Jahresanfang eine Beeteinfassung zu erkennen ist.

feuersalbei

Pflanzen, Schneiden, Jäten – Gartentätigkeiten im März

So langsam wird es draußen wieder wärmer und die Arbeit im Wildgarten nimmt Fahrt auf. Auf dem Fensterbrett und Balkon (Frostkeimer und Kühlkeimer) stapeln sich die Saattöpfe und auf dem Schreibtisch diverse Zettelchen.

Vordringlich muss Platz geschaffen werden. Dieser dezente Stapel stellt nämlich nur einen Teil des Grünschnitts dar. Zum Kompost kommt man nur noch im Schlängellauf.
großer Stapel Grünschnitt

Um beim diesjährigen Chaos den Überblick zu behalten – nach Knieproblemen, Ringelröteln, Grippewellen, Magengrippewelle, Masern sind wir inzwischen bei Läusen angekommen – werden die anstehenden Tätigkeiten jetzt ein wenig nach Monaten geordnet und hier niedergeschrieben. So kann die Liste nicht verlegt werden.

noch zu erledigende Gartentätigkeiten für März

  • einige Frühlingsblüher umsetzen, v. a. bei Überwucherung der Beete
  • Hälfte der Beete vorbereiten
  • Vergrößerung des Kräuterbeets vorbereiten: Bereinigung, partiell Erde abmagern, Drainage verbessern
  • provisorisches Hochbeet von 2014 ordentlich aufbauen
  • Stütze des im Herbst gesetzten Apfelbaum verbessern
  • Grünschnitt in Container verfrachten und Platz genießen – Container bestellt
  • neue Pflanzen abhärten – in Arbeit
  • Zaunreparatur: nächste Felder austauschen und die auseinanderfallenden Reste entsorgen
  • Kiesbach: geplante Pflanzstreifen vorbereiten
  • vergrößerten Sandkasten befestigen
  • derzeitigen Blütenflor dokumentieren

Probebetrieb im vergrößerten Sandkasten
Der Probebetrieb im vergrößerten Sandkasten läuft schon. Der neue Sand wurde für gut befunden und weitere Baupläne geschmiedet. Das schwarze wasserdurchlässige Vlies wird noch eingekürzt und versteckt.

Aussaat März

  • Rauke
  • Spinat
  • Radieschen
  • frühe Möhren
  • Witte Dunsel
  • Duftwicke (Vorkultur)
  • Tomaten (Vorkultur), auf deren Samen ich seit Wochen warte

Bohnenbeet überzogen von Krokussen und Winterlingen

In diesem „Beet“ verstecken sich Winterzwiebeln und Salatsämlinge. Irgendwo zwischen all den Krokussen und Winterlingen, welche zudem noch fleissig aus Samen austreiben. Ein genauer Umsiedlungsplan steht noch aus.

Begrünung des Kiesbaches im Spielgarten

wackelige Brücke über Trockenbach

Der im Herbst angelegte Bachlauf (siehe oben) sieht noch etwas kahl aus und wird im Frühjahr endlich aufgehübscht: Das Brückenprovisorium wird ersetzt und der Kiesbach begrünt. Die Pflanzen sollen den optischen Eindrucks eines Baches verstärken. Da dieser eher kurz und schmal ist, soll der Großteil der Pflanzen entlang des Baches eher klein bleiben. Für die Struktur sorgen unterschiedliche Wuchs- und Blattformen sowie vereinzelte mittelhohe Pflanze.

Gleichzeitig soll der Spielgarten durch die Beplanzung optisch in mehrere Räume unterteilt werden:

  • die Sandgrube und Bauecke vor der Brücke
  • der Brückenbereich zum Drüberflitzen und Füße hängen lassen
  • die Liegewiese mit Bachzugang

Hierfür sind an der Brücke hohe Pflanzen (teils erhöht gepflanzt) vorgesehen, welche die Sichtachse ein wenig unterbrechen.

Pflanzplan für trockenen Bachlauf als Vorderansicht

Farblich gehen im Frühjahr weiße Blüten (Frühjahrsblüher) in gelbe Blüten über. Im Sommer sind eher violette Töne anzutreffen, die allmählich für das angrenzende Beet mit Sonnenhüten und Montbretien in den Hintergrund treten.

Der Pflanzbereich liegt teilweise im Schatten der Süßkirsche, so dass die Pflanzen je nach Lage im Halbschatten gedeihen müssen. Der Boden ist normale Gartenerde, in der Sonne eher langsam abtrocknend und unter der Kirsche im Sommer aufgrund des Regenschutzes eher trocken.

Neben der Standorteignung wurden auch Winterhärte, Herkunft und Zweitnutzen betrachtet. Im Garten soll der Anteil heimischer Pflanzen erhöht werden. Zusätzlich soll für unsere Solitärbienen sowie für andere Insekten einschließlich des Nachwuchses mehr Nahrungsquellen über das gesamte Jahr zur Verfügung stehen. Duftpflanzen mögen zum Durchwuscheln und Schnuppern einladen. Und gegen die ein oder andere Küchenbereicherung auf dem Teller bzw. in der Vase wehren wir uns auch nicht.

Pflanzplan für trockenen Bachlauf als Seitenansicht und Draufsicht

Die Pflanzliste wird im Laufe der Umsetzung evt. noch variiert werden. Vor allem die weiße Blühphase würde ich gern noch intensivieren. Die Liste umfasst derzeit:

  • Ampfer: (gezogen aus Samen): 40 cm Höhe
  • Hahnenfuß – Ranunculus acris „Multiplex“: 50-70 cm Höhe, gelbe Blüte V-VI
  • Hohes Pfeifgras „Bergfreund“ – Molinia arundinacea: 60-180 cm
  • Lungenkraut – Pulminaria officinalis „Ice Ballet“: 20-30 cm, weiße Blüte III-V
  • Morgenstern-Segge – Carex grayi (Bestand): 60-80 cm
  • Samtminze – Menta species „Dumetorum“ (auf die freue ich mich besonders): 40-100 cm, hellviolette Blüte VII-VIII
  • Schlangenknöterich – Polygonum bistorta „Superbum“: 20-80 cm, hellrosa Blüte VI-VII
  • Polygonum amplexicaule „Orange field“ und „Blackfield“: 20-80 cm, orangerosa bzw. violettrote Blüte VII-X
  • Schneemarbel – Luzula nivea (Bestand): 20-40 cm, weiße Blüte VI-VII
  • Taglilie – Hemerocallis minor (alternativ geteilte hohe Taglilie aus dem Bestand mit bräunlicherer Blüte): 40-60 cm, zitronengelbe Blüte V-VI
  • Waldmarbel – Luzula sylvatica: 20-30 cm, V-VII
  • Wiesensalbei – Salvia pratensis (Bestand): 40-50 cm, violette Blüte VI-VIII+IX
  • Veilchen – Viola odorata „Alba“ (Bestand): 10-15 cm, weiße Blüte III-V
  • Frühjahrsblüher (schon seit Herbst in der Erde) – verwildernde weiße Narzissen und Krokusse, weiße Tulpen: 5-30 cm