Sommer Mail Art I

Dieses Jahr organisieren Tabea und und Micheala wieder die Sommer Mail Art Aktion. Dieses Mal zum Thema „Paradies“. Ziel ist es, mit Techniken zu experimentieren und zu üben und sich hierdurch künstlerisch weiterzuentwickeln und auszutauschen. Gestaltet (vor allem bedruckt) werden sollten zwei Blätter, so dass sich hinterher acht Buchseiten ergeben, die später gebunden werden.

SommerButton16-250

Anlass genug, sich endlich mit Gelli Prints zu beschäftigen. Einer Technik, um die ich schon lange herumschleiche. Hierzu wurde zur ersten Annäherung an die Technik die Rückseite einer Silikonmatte genutzt. Es wurde Farbe entfernt, reserviert, geschichtet und mit Mossgummiplatten im Hochdruck überdruckt… Eine Seite wurde zusätzlich mit einem Urwald aus Mossgummiplatten gestaltet. Die Rückseiten wurden mit einem Hintergrund aus Wasserfarben versehen und ausgiebig bestempelt. Jeder Schnipsel Papier, der zur Gestaltung aufgeklebt wurde, stammt aus einem Samenkatalog. Auch wenn die Motive teilweise über zwei Buchseiten reichen, sind sie so aufgebaut, dass sie einzeln wirken können.

sma_silikonmattesma_1sma_2sma_3sma_4sma_skizzen

Zusätzlich wurde auf eine Extrablatt mit der Silikonmatte eine Mauer gedruckt und Details mit Acrylstift, Edding, Wasserfarbe und Stempel hinzugefügt. Die Mauer bildet den Rahmen für meinen Garten, denn meine Inspiration (auf der Rückseite der Mauer aufgezeichnet) lautete:

„Ein Paradies im wörtlichen Sinne. Ursprünglich bezeichnete das Wort persische Gärten, die mit ihrer verschwenderischen Fülle inmitten der eher kargen Landschaft auch westliche Völker inspirierten. Naturnahe Gärten sind ein Paradies für Pflanzen und Tiere. Noch traumhafter ist jedoch die unberührte Natur.“

sma_gekapert

M schaute mir dank Schließzeiten im Kita bei meinen Druckexperimenten über die Schulter und reklamierte meine Druckstation gleich für sich. Mit Wattestäbchen und Stiften hat seine Zeichnungen angelegt und auch mit Mossgummi reserviert. So hat er sich über die Tage ein Drachenbuch im A4-Format zusammengedruckt, dass der Öffentlichkeit jedoch nicht präsentiert wird. Wir haben beim Drucken auf der Silikonmatte jedenfalls festgestellt, dass

  • die Acrylfarbe sehr schnell trocknet, so dass die Matte nach jedem Druck gereinigt werden müsste (Baby-Feuchttücher). Die Trocknungszeit haben wir daher mit einem Acryl-Retarder verlangsamt. Am einfachsten ließ sich mit beidem arbeiten, wenn erst eine dünne Schicht Retarder aufgetragen wurde und danach die Acrylfarbe.
  • Reservierungen mit Papier klebten stark an der Unterlage, da sie zu viel Feuchtigkeit aufnahmen. Das zog ebenfalls viel Reinigungsarbeit mit sich. Praktikabel waren stark beschichtete Papiere wie Magazin-Cover und Moosgummi.
  • das Druckbild wird nicht so fein wie bei einer richtigen Gelplatte. Mangels Platz im Kühlschrank wird auf das Kochen einer Gelatineplatte verzichtet und die Original-Platte auf meine Weihnachtswunschliste gesetzt.
  • mit Buntstiften auf die Silikonmatte gezeichnete Details (und damit Farbentfernung) ist in unserer Kombination fast zu fein und kommt daher im Druck nicht deutlich heraus.

 

Verlinkt zum Sommer Mail Art Sammelpool. Die bisher erhaltenen Briefe stelle ich im nächsten Post vor.

Verlinkt zum creadienstag.

Ufo – und hoffentlich bald ein luftiges Sommerkleid

Auch wenn das Wetter im Moment doch recht wechselhaft ist, habe ich mir dieses Jahr ein weit geschnittenes Sommerkleid aus Hemdenstoff in den Kopf gesetzt. Am liebsten optisch als Zweiteiler und hinten etwas länger geschnitten. Der Stoff sollte nicht zu weich fallen, um den Restbauch zu verstecken (nicht viel, aber an die Körperform passt noch nicht zur mentalen Wahrnehmung).

der sack_1

Die Wahl fiel auf eine dünne Baumwolle aus dem Vorrat in sommerlichen Farben, aus dem ich mir ein gerade geschnittenes Kleid konstruierte. Ein vorhandenes Oberteil diente als grobe Orientierung für den Schulterbereich. Die Weite beträgt größten Umfang plus 10 cm Bequemlichkeitszugabe. Zugeschnitten, zusammengesetzt, anprobiert und …. blah! Ein bißchen weit, ein bißchen Midi. Absolut nichtssagende Optik plus eine für mich eher ungewohnte Farbe. Das Kleid landete frustriert in der Ecke. Aber noch bin ich nicht zum Aufgeben bereit und will es daher diesen Monat fertig stellen. Der Arbeitstitel lautet übrigens liebevoll „der Sack“.

Ich hab mir überlegt, an den Seiten noch etwas mehr Weite einzufügen, damit der Oversize-Effekt gewollt aussieht. Dazu hätte ich noch farblich passende Viskose da. Außerdem hege ich die Hoffnung, dass mich an den Seiten der unterschiedliche Fall der Materialien nicht so stören wird. Das Kleid muss auf jeden Fall gefüttert werden, da der Stoff leicht durchscheinend ist. Das „Oberteil“ ist auch schon mit Futter versehen. Der Halsausschnitt ist verstürzt. Der untere Teil soll ein Futter aus eben dieser beigefarbener Viskose erhalten. Die Länge wirkt ebenfalls noch ungewohnt. Da könnte vielleicht eine Verlängerung in der Optik eines Herrenhemdes ins Spiel kommen. Dafür wäre jedoch auch nur Viskose (weiß und beige) vorhanden. Jemand noch weitere Ideen?

Wenn der Sack diesen Monat nicht gerettet werden kann, wird er zerlegt und im September zu Oberteilen verarbeitet. Als Motivationshilfe reihe ich mich bei Yvonne in die Reihe der anderen Ufo-abbauenden Damen ein.

Kuscheldecke

Die Zeit vergeht wie im Fluge diesen Sommer wie im Fluge zwischen Baby, Ferienprogramm für die Großen und dem kleinen wilden Garten, Familienurlaub, Besuchen, Feiern und Sommer Mail Art.

m_quilt_1

Aber der Herbst kommt und damit auch wieder kühleres Wetter. Also wird ein lange geplantes Projekt endlich in Angriff genommen: eine Kuscheldecke für M. Gestern Abend zugeschnitten, nachdem die Kleine doch endlich eingeschlafen war.Vor allem sollten verschiedene Tierdrucke, insbesondere die Drachen verarbeitet werden. Die Farbzusammenstellung ergab sich beim Arrangieren, d. h. von den ursprünglich angedachten Regenbogenfarben wurden viele wieder gestrichen.

m_quilt_2

Schnell nochmal das Layout prüfen und dann die kurze Schlafenszeit der Kleinen in ihrem Bettchen nutzen, um das Top zusammenzunähen. Die Rückseite wird ein blauer, sehr kuscheliger Nicky mit Dinosauriern. Daher überlege ich noch, ob ich mit der Maschine oder mit der Hand quilte.

 

verlinkt zum creadienstag

 

 

Sommer Rock Sew Along

Diesen Monat geben sich zahlreiche Damen beim gemeinsamen Rocknähen auf dem MMM-Blog die Ehre. Das eignet sich vortrefflich, meine Nähmotivation etwas zu erhöhen und so endlich die ersten Röcke für die Urlaubs- bzw. die NFL-Garderobe zu nähen.

Geplant ist Rock Kristy aus der LMV 6/15 aus grünem, dünnem Cloqué. Dieser ist nicht so dehnbar, wie es das Schnittmuster erfordert, so dass ein nahtverdeckter Reißverschluss erforderlich ist. Version 2 aus mintfarbenem Glitzersweat sowie eine optionale Version 3 ausaquafarbener Jeans erhalten auf der Vorderseite einen Schlitz, der eventuell noch mit einem Viskosevolant hinterlegt wird.


Das leidige Abpausen und der Zuschnitt von V1 erfolgte am Wochenende. Zeitgleich wurde umhüllt vom Duft derGartenrosen noch die Culotte aus der LMV 1/16, ein Raglanshirt und einige Babyhose vorbereitet. Wenn ich gerade mal dabei bin. So konnte ich mich am Sonntag mit vielen Schnittteilen am Nähtisch verschanzen, als die Männer jeden freien Quadratmeter mit Lego vereinnahmten. Diese Woche soll der Stapel weggenäht werden, da mit ich mich den anderen Versionen widmen kann.

srsa_i_zuschnitt

NFL – Besonderheiten

Ziel des NFL ist es nicht nur, sich einige Kleidungsstücke zu einem übergeordneten Thema zusammenzustellen, sondern auch drei Herausforderungen einzubauen. In meinem Fall,

1. an den Nähtisch kommen, statt draußen das Wetter zu genießen oder einen der ständigen Termine abzuarbeiten oder das Kind zu füttern oder selbst versuchen, zu essen.

2. am Nähtisch zu sitzen und die Hände frei zu haben, statt das Kindelein ruhigzukuscheln.

3. endlich am Nähtisch zu sitzen ohne einzuschlafen.

aber mal ernsthaft…

fingerhut_2

Herausforderung Nummer 1:

Mehr mit ungewohnten, etwas anspruchsvolleren Materialien zu nähen wie dünnen Flutschestoffen und Spitze. Den Anfang machte ausgerechnet ein dünnes, flutschiges Polytierchen (ein ausgesprochener Einzelgänger in meinem Vorrat), der sich schon beim bloßen Ansehen verschob. Einige Nähte gefallen mir nicht, die werde ich nochmal machen müssen.

Herausforderung Nummer 2:

Eigentlich eine Steigerung von Nr. 1 – das Nähen von BHs. Das Thema schiebe ich schon seit Jahren vor mir her. Jetzt bin ich es endlich angegangen und was soll ich sagen: Mit Dessousstoffen zu nähen ist eigentlich gar nicht so wild. So richtig geflucht habe ich eigentlich nur beim Bügelband aus einem gut abgelagerten Kurzwarenset (wie gesagt – Jahre), welches sich nicht so richtig in die Rundung legen ließ. Glücklicherweise waren die  anderen Bügelbändern im Vorrat deutlich weicher und viel besser vernähbar. Ebenso hilfreich war der gelegentliche Wechsel auf die Geradstichplatte.

Die Passformfindung ist ein anders Thema. Der verwendete Schnitt produziert leichte Tüten, die ein wenig an Madonna erinnern. Also habe ich den Probe-BH partiell wieder aufgetrennt und die Tüten wieder aufgetrennt. Das Seitenteil zeigt noch ein paar Schwächen. Das Hauptproblem ist jedoch das Mittelstück. Die oberen Zentimeter werden durch die Brust zusammen- und dadurch vom Körper weggeschoben. Natürlich hätte sich das nur durch ein fast komplettes Auftrennen beheben lassen *bääh* Das Schnittmuster ist inzwischen angepasst und ein neuer BH zugeschnitten. Zum Nähen bin ist noch nicht gekommen.

Herausforderung Nummer 3:

Schnittmuster an die Inspiration anpassen bzw. konstruieren sowie Techniken zur Passformanpassung nutzen (z. B. FBA und Anpassungen für breite Schultern).

Herausforderung Nummer 4:

Die meisten meiner Schnittinspirationen und die dafür herausgesuchten Stoffe sind eher schlicht. Daher muss durch die Spannung durch die Kombination der Kleidungsstücke / Accessoires, der Texturen und Verarbeitungsdetails wie Saumverarbeitung, Topstitching etc. kommen. Die Details werden realistisch betrachtet spontan mit jedem Kleidungsstück entstehen.

 

Babykleidung für den Anfang

Die Zeit in der Schwangerschaft habe ich immer mal wieder genutzt, um eine Grundausstattung für die ersten Wochen zu nähen. Erstmal eher sparsam, da wir auch gebrauchte Babykleidung aus der Verwandschaft bekommen sollten. Lieber nachnähen entsprechend dem Bedarf als ungenutzte Kleiderstapel zu produzieren.

babykleidung_gr_56

Entstanden sind:

  • 2 Baby-Pucksäcke in Größe 56 nach dem Schnitt von hamburgerliebe: Einmal aus Nicky und einmal aus Sommerfrottee mit Volumenvlies. Beide gefüttert mit Jersey.
  • 3 langärmelige Shirts nach dem Modelll 1 aus der ottobre 4/12: Den Schnitt habe ich so umgewandelt, dass ein amerikanischer Ausschnitt entsteht. Die Überschneidung im Schulterbereich würde ich das nächste Mal verringern, so dass diese nur 2 -3 cm beträgt. Dadurch lässt es sich immer noch gut anziehen, sitzt aber an den Schultern noch ein bißchen besser. Der weiße Aufdruck wurde mit Freezer Paper und Stoffmalfarbe aufgebracht.
  • 3 Hosen nach dem Modell 11 aus der ottobre 6/12: Die Hosen wirkten beim Nähen schon so breit, dass ich an den Seiten etwa 3 cm raus genommen habe. Zusätzlich wurde eine Hose gekürzt auf 3/4 der Länge und noch weiter verschmälert. Die Bündchen sind immer etwas anders dimensoniert, je nach Laune. Da unser Mittlerer in Stramplern immer totunglücklich war, gibt es diesmal von vornherein nur Höschen.
  • 1 Overall nach dem Modell 5 aus der ottobre 4/12: Genäht aus Sweat und komplett mit Jersey gefüttert. Der Reißverschluss hat einen Schutz am Kinn erhalten.

Geplündert wurde hierfür hauptsächlich die Restekiste (wenn nicht jetzt, wann dann?), so dass eher untypische Farben für eine Babymädchengarderobe zusammengekommen sind. Aber Pastelltöne gemischt mit beige und babyrosa hätte es auch so nicht gegeben. Das Futter des Pucksacks ist aus einem Jersey, der nach der ersten Wäsche schon so traurig aussah, dass ich ihn nicht für Oberbekleidung verwenden wollte. Aber hierbei tut er gute Dienste.

Nach den ersten Tagen zeigt sich, dass wir vor allem noch ein paar der gekürzten Hosen brauchen, da das Mäuschen mit seinen 46 cm in den anderen absäuft. Mit dem Zuschneiden habe ich schon begonnen und werde immer mal wieder eine kleines Stückchen weiternähen, da ich nach Möglichkeit kaum Sitzen soll.

Update: Insgesamt vorhanden sind jetzt 3 der verkleinerten Höschen (die beiden 56 sind erstmal im Schrank) sowie die oben genähten Sachen. Zusätzlich sind vorhanden: 3 Langarmbodies, 6 Kurzarmbodies, 2 Strampler, 1 Hose, 1 Shirt, 1 Fleecemütze und 1 Jerseymütze. Damit kommen wir bisher ganz gut über die Runden.

 

Verlinkt zum creadienstag, mara zeitspieler,