Wardrobe Basics – Muster und Nachträge

Auch wenn ich die letzten Monate nicht wirklich dokumentiert habe ist doch nähtechnisch einiges entstanden.

Für diesen Monat wurde endlich das Projekt einer Culotte mit Nadelstreifen umgesetzt. Dafür hatte ich ein passendes Viskosegemisch gefunden. Der Schnitt ist die Hose Milly aus der LMV 1/2016, wobei die Kellerfalte in der Vorderen Mitte sowie die darin verschwindenden Mehrweite entfallen sind.
Der letzte Stoffrest durfte gleich als Probe für das Oberteil M120 aus der Burda 8/15 herhalten (ohne Verzierung). Für die Rückseite fand sich ein passender Romanitrest, dafür reichten die Streifen nicht mehr.

Mit der Hose bin ich zufrieden. Das Top ist eigentlich für weich fallende Stoffe gedacht, dass merkt man den Probeshirt auch an. Die voreilig vorgenommene Verbreiterung der Schultern werde ich wieder zurücknehmen, das passt für diesen Schnitt und auch sonst ist die Passform ok. Allerding bin ich mir nicht sicher, ob ich das Oberteil in Kombination mit den meisten meiner Hosen mag. Für die Culotte als Zweiteiler überzeugt es nicht. Vielleicht eher mit Jeans. Bei Gelegenheit werde ich vielleicht nochmal eine Probe mit Viskose machen, bevor ich den Schnitt ganz abschreibe.

Für warme Tage ist ein luftiges Oberteil auf Basis des Modells 13 aus der Ottobre 2/16 entstanden. Grob in Taillenhöhe gekürzt und der Rest des Stoffes als Flatterrüsche angestückelt. Die Versäuberung des Halsausschnitts und der Ärmel habe ich nach der Fertigstellung nochmal aufgetrennt, da mir die erste Lösung zu steif viel. Mit deutlich schmalerem Schrägstreifen und weniger Lagen gefällt es mir besser. Die Hose ist Modell 14 aus der Ottobre 5/2016.

Im Mai ist unter anderem ein Kleid aus Blumenchiffon entstanden. Das passt doch zum Juni-Thema auch ganz wunderbar.
Als Basis dient Modell 17 aus der Ottobre 5/19. Die untere Hälte ist frei angestückelt. Größere Stufen gab die vorhandene Stoffmenge leider nicht her, der Einkauf war damals nur für einen Maxirock gedacht. Es hätte gern noch etwas mehr Weite sein dürfen. Der Rockteil ist mit schwarzem Chiffon gefüttert, damit er nicht zu durchscheinend ist. Die Nähte sind mit Ausnahme der gekräuselten Bereiche als französische Nähte ausgeführt. Das erscheint mir im Armbereich ein wenig die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Dazu muss ich mich nochmal belesen.

Als Nachtrag mag ich noch meine schlussendlich fertiggestellte Jeans zeigen, die sich im Alltag mehr als bewehrt hatte. Gegenüber dem Probeschnitt habe ich an den Hüften minimal Weite zugegeben und in der hinteren Mitte im Bereichs des Pos ca. 1 cm weggenommen.

Für das Juli-Thema werde ich aussetzen, für Röcke/Shorts/Skorts fehlt mir im Moment der Bedarf, zumal gerade ein Hosenrock entstanden ist, der sich im gestrigen Post findet.

Mehr spannende Projekte finden sich wieder bei Steffi.


MMM 06-2020

Heute gibt es ein eher luftiges Outfit für einen durchgetakteten Tag. Passt sehr gut zu dem heutigen Wetter, Kontrolle beim Kinderkardiologen (alles fein), Gesellschaft in der Heimschulwoche und Berufstermin.

Der Hosenrock ist nach einem Schnitt der Initiative Handarbeit und wird direkt entsprechend den Vorgaben auf dem Stoff angezeichnet. Aufgrund der verfügbaren Stofflänge sind die Hosenbeine etwas weniger gerundet als im Schnitt ansonsten passt alles ganz gut. Der Stoff ist ein schwerer Viskosekrepp, der aufgrund der Weite trotz allem gut an warmen Tagen zu tragen ist.

Das Oberteil ist aus einem gut gehüteten dünnen Viskosejersey nach dem Modell 18 aus der Ottobre 2/15. Beide Kleidungsstücke sind in den letzten beiden Monaten entstanden und werden seitdem schon reichlich getragen.

Verlinkt zum MMM


MMM 04-2020

Heute als Homeoffice/Homeschooling/Ersatzkindergarten-Edition.

Zuletzt entstanden ist eine Übergangsjacke im Rahmen des Nähens von „Wardrobe Basics“, den Stefanie organisiert. Der Schnitt ist Modell 13 aus der Fashion Style 8/17 in der kurzen und kurzärmeligen Variante (Länge entsprechend Stoffvorrat angepasst). Der Stoff ist ein Gemisch unbekannter Zusammensetzung, dass ich vor rund drei Jahren am Maybachufer mitgenommen habe, um eine ähnlich geschnittene Jacke zu nähen. Allerdings nur einen optimistischen Meter, was diverse Stückelarbeit erforderte und auch wenig Rücksicht auf das Muster zuließ. Viel Zeit ging für den Zuschnitt drauf, da das Muster nicht im rechten Winkel verläuft. Schlussendlich habe ich mich entschieden, mehr auf die senkrechten Linien zu achten und mit schrägen vertikalen Linien leben zu können. Genäht ist die Jacke eigentlich schnell. Die Nahtzugaben sind von innen per Hand an den Stoff angeheftet, damit sie besser liegen und teilweise sind die Nähte noch mit Belegen oder mit Schrägband eingefasst und ebenfalls von innen angenäht.

Für untendrunter gibt es entsprechend der damaligen Inspiration ein blau-orange gestreiftes Langarmshirt nach dem Standardschnitt Ottobre 303. Inspiration war dieses Bild hier.

Und für ganz verrückte Tage mit viel Mustermix könnte ich noch einen Blumenrock aus Feincord kombinieren. Der Schnitt ist Modell 21 aus der Sabrina Moden 3/12, das aufgrund der vielen Abnäher richtig schön sitzt und schon mit großen aufgesetzten Taschen daherkommt. Einzige Anpassungen sind eine Hohlkreuzkorrektur und der Ersatz des hinteren Godets gegen einen einfachen Rockschlitz.

verlinkt zum MMM und Sea of Teal


Tag 10 + 11 + 12

So langsam stellt sich der Alltag ein. Man merkt, dass alle berufliche Kontakte sich langsam mit der neuen Situation eingerichtet haben, so dass es hier runder läuft und auch zu Hause haben wir langsam einen Rhythmus für uns gefunden. Die Schularbeiten laufen bei Kind 2 immer noch mal gut, mal schlecht. Je nach Laune. Bei Kind 1 werden sich die Lehrer demnächst bemühen, das Lernportal einheitlicher zu bedienen und wohl auch, ihre Aufgabenstellung kritisch zu hinterfragen.
Kind 3 hält immer noch nicht viel von ausschlafen. Heute stand sie 5:30 Uhr vor mir. Zum Glück dämmerte sie noch ein wenig als Kampfschläfer bei uns weiter. Ansonsten merkt man, dass sie gerade beim Einschlafen ein höheres Bedürfnis nach Nähe hat.
Abends habe ich mir bewusst etwas Zeit für das Sketchbook-Revival genommen, um dem täglichen Stress etwas entgegenzusetzen.


Tag 9

Sch*** Tag!

Die Nacht war recht unruhig. Wir mussten beide mehrmals nachts trösten. Das Frühstück begann noch recht entspannend. Danach brach beim Lieblingsmann der Telefonterror aus, da er auch Telefonsupport leisten muss.
Parallel schob Kind 1 Frust wegen der unübersichtlichen Plattform, wo Unterlagen und Aufgaben sowie Termine von jedem Lehrer anders abgelegt werden. Zusätzlich stresst ihn das Gefühl, dass ständig etwas neues von den Lehrer hochgeladen wird, nachdem er gerade Neueingänge geprüft hat. Bisher haben wir noch keine Option zur E-Mail-Benachrichtigung gefunden, so dass mehrere Ordner händisch durchgesucht werden müssen. Und ganz allgemein belastet ihn die fehlende Interaktion mit den Klassenkameraden und die Lernsituation allein am Schreibtisch.
Kind 2 muffelte wieder die ganze Zeit seine Aufgaben an und musste mühselig dazu gebracht werden, sich wirklich mit seinen Aufgaben zu beschäftigen und sich mental zu entspannen. Also benötigte er statt < 1 Minute pro Aufgabe (Endspurt) gefühlte > 10 Minuten.
Währenddessen wollte Kind 3 permanent mitmachen bzw. ebenfalls bespasst werden, was wegen Telefondienst bzw. Schularbeitshilfe nicht immer funktionierte.
Noch knapp drei Wochen bis zu den Ferien!
Nachmittags war meine Homeofficeschicht. Ein wenig habe ich geschafft. Danach mussten beide Kinder noch Arbeiten nachholen die Vormittags liegen geblieben waren. Reichlich Arbeiten einscannen, in diverse mehr oder weniger gut auffindbare Unterordner auf der Plattform hochladen.
Dann ist schon Zeit zum Abendbrot vorbereiten. Heute gab es Kartoffeln mit Spinat und wahlweise Ei, Fischstäbchen oder Spinatstäbchen. Kind 2 macht sich Instantnudeln, da es Spinat und wahlweise Ei, Fischstäbchen oder Spinatstäbchen wenig abgewinnen kann.
Abends gab es auch noch etwas Sport.
Demnächst darf Kind 1 noch Liegestütze im Selbststudium absolieren (wenig zielführend aus meiner Sicht) und ein Essay über Volleyball schreiben. Ich hätte mir stattdessen einen Verweis auf aktuelle Videoangebote gewünscht mit entsprechender Challenge, daran x-mal teilzunehmen. Das hätte Bewegungsziel und Schülermotivation gut miteinander verbunden.

Über regelmäßig auf den Nachrichtenseiten auftauchenden Ratschläge, wie man Kindern Heimunterricht entspannt gestaltet kann ich im Moment nur müde lächeln. Struktur ist da, wenn man von der Lernplattform und ihrer Anwendung absieht. Verständnis auch. Nicht zu erwarten, dass alles geschafft wird, ist teilweise ein Luxus. Kind 1 muss Abgabefristen einhalten mit drohender Benotungen der Aufgaben (vor allem bei Nichtabgabe) und Erfolgskontrollen des Gelernten nach Ostern an. Und auch von der vielgepriesenen Entschleunigung und Zeit für neue Hobbies kommt hier irgendwie nichts an.