Stoffdiät – Jahresrückblick und gute Vorsätze

Das Jahr beginnt wie das letzte Jahr.

  • Zum Erstaunen der Nachbarn wird die Straße gesäubert von den Resten der Feierlichkeiten (und ein wenig mehr, wenn ich schon dabei bin). Die Wiedereinführung der Kehrwoche würde meiner Meinung nach allen gut tun und auch den Umgang mit der eigenen Müllentsorgung überdenken lassen.
  • Der Arbeitstisch wird bereinigt um frisch ins neue Jahr starten zu können. Der Halsausschnitt des letzten Langarmshirts wurde kurz vor Eintreffen des gestrigen Besuchs fertig, so dass hier ein sauberer Abschluss möglich ist.
  • Es werden jede Menge neue Pläne geschmiedet und natürlich wird Kassensturz gemacht.

Was mich zurück zur Stoffdiät führt. Ziel war es, etwas konsequenter den Vorrat zu nutzen, damit dieser nicht unbedacht anwächst und vor allem nicht nur die neuesten Stoffe verwendet werden.
Das beständige Shoppen im Lager und das regelmäßige bereitlegen von Inspirationsstapeln hat sehr viel Spass gemacht. Das werde ich beibehalten. Einige besser abgelagerte Stoffe wurden so endlich verarbeitet. Ein wenig wurde auch aussortiert, weil ich diese einfach nicht mehr in der Menge nutze oder weil ich diese Stoffe nicht vernähen möchte (z. B. aufgrund des miesen Waschverhaltens).

Wenn ich meiner Statistik trauen kann, wurden

  • rund 70 m vernäht mit recht unterschiedlichem Arbeitseifer über die Monate (ohne das Mitrechnen von aussortierten Stoffen). Das entspricht knapp 6 m / Monat.
  • rund 63 m neu in den Bestand eingefügt

Das macht insgesamt ein Minus von mindestens 7 m. Das Jahresziel wurde somit erreicht 🙂

Für das neue Jahr werde ich den Grundgedanken beibehalten, bewußter mit dem Vorrat umzugehen. Die Gesamtnähmenge wird wahrscheinlich abnehmen, so dass das beim Einkaufsverhalten berücksichtigt werden muss.
Des Weiteren habe ich mir vorgenommen, jede Woche einen Stoff, ein Ufo oder eine Reparatur/Umarbeitung in Angriff zu nehmen.
Einige Projekte mögen sicherlich länger dauern, das wird jedoch durch kürzerer Projekte aufgehoben werden. Die Statistik wird wieder analog geführt, das hat sehr viel besser geklappt und ist irgendwie befriedigend. Das Heftchen dafür ist schon vorbereitet.

Nähtechnisch ist geplant

  • Lücken in der Garderobe gezielt aufzufüllen bzw. die Garderobe mit Augenmaß zu ergänzen
  • bewährte Stücke zu ersetzen, die nicht mehr getragen werden können. Für beide Punkte fange ich gerade eine ganz altmodische Pinwand an, um die Pläne etwas direkter vor der Nase zu haben. Außerdem hilft die taktile Komponente beim Planen.
  • die Jüngste noch ein wenig zu benähen. Die Jungs werden jedoch nur hier und dort ein Oberteil bekommen.
  • den Ufo-Stapel zu minimieren (eine gefühlt nicht endend wollende Aufgabe, das muss sich ändern)

Die ersten Stoffe liegen bereit für eine Cordhose, eine Probejeans und eine Nichtprobejeans (von rechts nach links). Die Jeans wird zwar dringender benötigt, aber die Cordhose bedarf weniger Anpassungen, so dass das einfachere Projekt den Anfang machen darf.

Bei den Lieblingen waren letztes Jahr angesichts der Temperaturen definitiv diese beiden Stücke dabei: Eine aus einem Hosenschnitt adaptierte weite Hose aus blaugestreifter Baumwolle sowie ein Viskoseshirt, dessen Schnitt ich gerade nicht mehr finde *grummel*. Beides war luftig genug, um die Hitze zu ertragen und es ließ sich gut mit der bestehenden Garderobe kombinieren. In die Richtung sollte ich die Sommergarderobe noch ein wenig ausbauen.
Die Weihnachtsoutfits 2019 haben auch Potential zu Lieblingsstücken.

Falls jemand noch Motivation für das neue Jahr braucht gibt es bei Stefanie ein ganzjähriges Nähen von Basisteilen (diesen Monat sind Jeans das Motto) oder bei Selmin ein freies Nähen aus dem Bestand mit monatlichen Treffen.

Jetzt genehmige ich mir ersteinmal ein Heißgetränk und besuche die anderen Lieblingsstücke.


WKSA – Finale

Punkt 1: Das Lümmeloutfit sitzt, gefällt und lässt Luft für ein paar Plätzchen und jede Menge Spielzeit. Mit einem Schal und anderen Accessoires kann man sich sogar ein wenig rausputzen. Das Outfit durfte heute auch gleich bei Holzeisenbahn, Autocorso und Spielhöhle getestet werden. Die Hose könnte ich mir nochmal in Romanit oder einem anderen dehnbaren Stoff vorstellen. In dem Fall würde ich die Beine unten etwas schmaler auslaufen lassen und den Bund höher setzen.
Ein bißchen Vorstellungskraft benötigt man schon, da ich mit den Lichtverhältnissen absolut keine sinnvollen Bilder zustande bekommen habe. Hier lässt sich noch am ehesten ein Eindruck gewinnen, wenn man mal den „Todesblick“ ignoriert.

Jogginghose: Modell 3 aus der Ottobre 2/2017 mit Anpassungen aus dickerem Sweat
Pullover: Schnitt 303 aus der Ottobre mit Anpassungen aus Viskosestrick

Punkt 2: Passenderweise wurde auch der Rock aus dem Cloqué fertig. Diesen hatte ich mir nämlich letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt und seitdem ein wenig länger über den passenden Schnitt gebrütet. Um so mehr freut es mich, dass er jetzt seine Bestimmung gefunden hat. Der Stoff ließ sich erfreulich gut verarbeiten. Nur am Bund hat er mich ein wenig geärgert, da wollte sich die Rückseite nicht so legen, wie ich wollte. Auch die Falten liegen ganz gut, da hatte ich am Anfang noch einige Bedenken. Ich bin zufrieden und teste schon mal mögliche andere Kombinationen für den ganzjährigen Einsatz aus.

Rock: Modell Rosalie aus der LMV 2/2019 aus Cloqué (52% Baumwolle/36% Viskose/12% Seide)

Das gesellige Miteinandernähen hat sehr viel Spass gemacht und ich wünsche ALLEN einen ruhigen und friedvollen Jahresausklang (auch und gerade aus Sachsen).


WKSA 2019 Teil 3

Heute war die letzte Baustellenbegehung mit erfreulich positivem Ergebnis und für den Rest des Jahres kann ein wenig mehr Ruhe einkehren. Zwischendrin war ich noch mit der Jüngsten beim Amtsarzt wegen des Antrags auf einen Integrationsplatz im Kindergarten, da hoffen wir im Januar auf einen positiven Bescheid. Nähtechnisch komme ich dafür eher langsamer voran.

Der farbstarke Rock ist teilweise fertiggestellt. Die Falten habe ich im Zuge einiger Anproben noch etwas abgeändert, so dass der Rock etwas höher Sitz und etwas stimmiger wirkt. Dafür wird der Bund ein wenig verschmälert. Der Reißverschluss war auch recht entspannt einzunähen. In der Gesamtlänge werde ich auch noch einiges wegnehmen. Hier schiebe ich seit einigen Tagen das Bügeln vor mich her, um den Bund und den Saum fertig zustellen. Eventuell werden die Falten auch noch leicht festgesteppt, dass wird sich am Ende entscheiden.

Die Jogginghose ist fertig. Hier hatte ich die Waden nach dem Ausmessen des Schnittmusters verbreitert. Aus der Erfahrung heraus, gehen die wenigsten Hersteller bzw. Schnittmusterersteller von engen Hosen von meinen Waden aus. Am Knöchel wurde das Originalmaß genutzt. Nach einer Anprobe wurden die Hosenbeine etwas eingekürzt und dafür der Bund verbreitert, dass sah mit diesem Stoff etwas besser aus.

Die Einfassung des Tascheneingriffs war aufgrund der engen Kurve etwas friemelig. Der hintere Taschenboden ist aus dem Sweat und der vordere Taschenboden aus dünnem Romanit, damit es weniger aufträgt.

Der Pullover aus dem Viskosestrick war relativ schnell genäht, auch wenn der Stoff ständig von der Overlock rutschen wollte. Der Schnitt ist bewährt und enthielt wenig Überraschungen.

Dafür wird der Nicky-Pullover nicht fertiggestellt werden. Zum einen habe ich es geschafft, dass die Rippen jetzt senkrecht verlaufen, was optisch wenig zusagt. Zum anderen sehen alle Bündchenoptionen bei Kunstlicht etwas fragwürdig aus. Da beißen sich die Blautöne. Der Stoff wird also demnächst für einen Pullover fürs Tochterkind verwendet und ich konzentriere mich auf erfreulichere Projekte.

Die anderen Teilnehmer sind teilweise schon fertig. Soweit ist es noch nicht, aber zumindest bin ich im Zeitplan.


WKSA 2019 – Teil 2

Die Pläne für die Weihnachtskleidung sind ein wenig vorangeschritten, auch wenn aus dem Kindergarten fiese Margen-Darm-Infekte nach Hause gebracht wurden.

Das legere Outfit wird auf jeden Fall umgesetzt. Da besteht der größte Bedarf. Der Nicky-Pullover wird das Modell Charlene aus der LMV 5/2018. Zuschnitt ist erfolgt, für die Bündchen werde ich noch Nachschub besorgen müssen.

Die Joggpants werden nach Modell 3 aus der Ottobre 2/2017 entstehen. Die Waden mussten nach dem Ausmessen der Schnittteile verbreitert werden und eine Hohlkreuzanpassung wurde auch vorgenommen. Bezüglich des Hosenbundes tendiere ich dazu, einen dünneren dunkelblauen Romanit aus dem Restelager zu verwenden. Zum einen wird der Bund sonst zu dick und zum anderen erhoffe ich mir davon eine etwas schickere Optik.

Der quietschbunte Rock muss als Stimmungsaufheller herhalten. Entschieden habe ich mich für Modell Rosalie aus der LMV 2/2019. Bisher sind nur die Rockteile zugeschnitten. Den Rock und die Falten werden erstmal nur geheftet und nach eventueller Anpassung werden Bund und Taschen ausgeschnitten und der Rock zusammengesetzt. Ein Futter ist auch noch vorgesehen. Die Herausforderung wird vor allem der Reißverschluss werden, da der Stoff stark strukturiert ist.

Da ich gerade am Zuschneiden war, wurde der lila Viskosestrick auch vorbereitet. Hierfür muss übliche Basisschnitt Ottobre 303 herhalten, der für meine Schultern angepasst ist und sowohl solo als auch unter Strickpullovern mit verschiedenen Ärmellängen tragbar ist.

Wie es hier vorwärts geht, hängt ein wenig vom Genesungs- bzw. Krankenstand ab. Ich hoffe einfach, dass wir zur Abwechslung mal aufatmen können.


WKSA 2019

Es ist wieder soweit. Das Jahr ist vorbeigerast und als untrügliches Zeichen für das Jahresende beginnt gerade der Weihnachtskleid-Sew-Along.

Ich bin noch etwas untentschlossen. Weihnachten wird eher gemütlich mit Spielen am Boden, Brettspielen und Zeit draußen. Da wird keine übertrieben festliche Kleidung getragen. An einem Abend geht es ohne Kinder ins Varieté, aber dafür möchte ich nichts nähen, was ich nicht auch halbwegs regelmäßig tragen werden. Vom letzten Weihnachten ist noch das Boucle-Strickkleid da, so dass zusammen mit einem Sweatkleid mein derzeitiger Bedarf an bequemen warmen Kleidern gedeckt ist. Mehrteiler würden eher Lücken in der Garderobe füllen. Daraus ergeben sich die folgenden Möglichkeiten.

Variante 1: sichere Basics

Einen nadelgestreiften Hosenrock mit kurzärmeligem Strickpulli und Cordnicky komplett in dunkelblau. Schnitte hätte ich einige zur Auswahl, das Projekt wäre gut umsetzbar. Das Ensemble könnte noch durch eine Schluppenbluse ergänzt werden, die ich aber mit ziemlicher Sicherheit nicht bis Weihnachten schaffen würde.

Variante 2: Farbtupfer im Wintergrau

Einen Rock aus diesem quietschigen Cloqué mit ordentlichem Stand. Da müsste ich allerdings nach einem Schnitt schauen. Es gab in einer der letzten LMV einen Faltenrock, der mir dafür gefallen könnte ich bin mir aber nicht sicher, ob der Stoff dafür nicht sogar zu steif ist.

Variante 3: Flatterhaft

Diese Flatterkleidchen, die es auch für den Winter in den Läden gibt, finde ich manchmal ganz nett. Allerdings sind sie mir jetzt zu kalt, soweit wird die Heizung nicht ansatzweise aufgedreht. Also müsste über das Blumenkleid noch mindestens ein Oberteil aus dünnem Viskosestrick und bei der Gelegenheit könnte ich auch gleich den benötigten Cardigan nähen und vielleicht eine Jogging-Hose aus dem Fischgrat-Sweat. Ziemlich viel Näharbeit als und im Moment habe ich maximal einen Schnitt für den Pullover herausgesucht. Für die Jogging-Hose und den Cardigan müsste etwas vorhanden sein. Bei dem Blumenkleid besteht nur der Wunsch, das kein BH zu sehen ist. Schnitttechnisch muss ich mich definitiv noch auf die Suche begeben. Ob diese Variante schaffbar ist? Wohl eher in den Weihnachtsferien also im Trubel davor. Hat jemand Schnittideen?

Falls noch jemand Stoffe für das eigene Projekt sucht, möchte vielleicht diesen Schönheiten eine Perspektive bieten, die hier aus den verschiedensten Gründen nicht zum Einsatz kommen werden:

  • Seide mit Blumen und grauem Hintergrund, etwa 1 m
  • korallenpinke Spitze auf beigefarbenem Satin (PE), etwa 1 m
  • kuscheligstes weißes Kunstfell mit auberginenfarbiger Abseite, etwa 0,5 m

Gegen Versand und einen kleinen Obulus, der dann an ein gemeinnütziges Projekt geht (Viva con Aqua) abzugeben.

So jetzt schnappe ich mir noch einen Tee und schaue bei den anderen Mitstreitern vorbei, was diese planen.